Dunkelfeldmikroskop Praxis Lörrach
Nikon Eclipse e600 Dunkel/Hellfeldmikroskop


Dunkelfeldmikroskopie: Was dein Blut wirklich verrät – und was nicht

Von Gudrun Faller, Heilpraktikerin in Lörrach  |  Schwerpunkt: Diagnostik, Immunregulation

Kurzantwort Die Dunkelfeldmikroskopie ist eine über 200 Jahre alte Untersuchungsmethode, bei der lebendiges, ungefärbtes Blut unter dem Mikroskop betrachtet wird. Sie liefert wertvolle Hinweise auf Erregerlast, Zellzustand, Stoffwechselbelastungen und mögliche Mängel – bevor klassische Laborwerte auffällig werden. Voraussetzung ist eine sorgfältige Durchführung über mehrere Stunden. Und: Eine ehrliche Einordnung dessen, was diese Methode kann – und was nicht.
Was mich wirklich beschäftigt

Immer wieder kommen Patientinnen und Patienten zu mir, die zuvor in einer Arzt- Praxis in der Region eine Dunkelfeldanalyse haben machen lassen. Fast alle berichten dasselbe: Sie hatten ein „Geldrollensyndrom" – und wurden daraufhin zu einer aufwändigen, teuren Therapie gedrängt. Teure Nahrungsergänzungsmittel, direkt in der Praxis zu kaufen, inklusive.

Das macht mir ehrlich gesagt Sorgen. Nicht weil Dunkelfeldmikroskopie keine wertvolle Methode wäre – sie ist es. Sondern weil das Geldrollensyndrom sehr häufig gar kein echtes Befundergebnis ist, sondern ein Artefakt aus fehlerhafter Blutentnahme. Und weil ich es für ein absolutes No-go halte, einen diagnostischen Befund – ob real oder nicht – zur massiven Vermarktung von Produkten zu nutzen.

In meiner Praxis kommt ein echter, aussagekräftiger Geldrollenbefund sehr selten vor. Und wenn, wiederhole ich die Blutentnahme, dann wird er erklärt, eingeordnet – und nicht als Verkaufsargument benutzt.

Die Dunkelfeldmikroskopie gehört seit vielen Jahren zu meiner Diagnostik. Sie ist kein Wunderwerkzeug – aber in den richtigen Händen, mit der nötigen Sorgfalt und Erfahrung, eine der informationsreichsten Methoden, die ich kenne. Dieser Beitrag erklärt, wie sie funktioniert, was sie zeigen kann, und wo ihre Grenzen liegen.

Was ist Dunkelfeldmikroskopie – und warum „lebendig"?

Bei der klassischen Laboruntersuchung wird Blut chemisch aufbereitet, gefärbt und fixiert – es ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr lebendig. Die Dunkelfeldmikroskopie geht einen anderen Weg: Das Blut wird nativ untersucht, also ungefärbt und lebendig, direkt nach der Entnahme.

Das Prinzip des Dunkelfeldmikroskops: Das Präparat wird von der Seite mit starkem Licht bestrahlt, das direkte Licht gelangt jedoch nicht ins Objektiv. Was sichtbar wird, sind ausschließlich die vom Objekt gebeugten Lichtstrahlen – das Bild erscheint hell auf dunklem Grund, ähnlich wie Staubpartikel in einem Lichtstrahl, die im normalen Licht unsichtbar wären.

Das Ergebnis: Sehr kleine Strukturen werden sichtbar, die im konventionellen Hellfeld-Mikroskop nicht erkennbar wären. Bakterien, Parasiten, Pilze, Veränderungen der Blutzellen, Stoffwechselhinweise – alles direkt im lebenden Blut, in bis zu 1.200-facher Vergrößerung.

Ich arbeite mit einem Nikon Eclipse E600 (Dunkelfeld und Hellfeld) mit digitalem Fotoequipment sowie einem Eschenbach Hellfeld-Mikroskop. Der Patient sieht dabei live auf dem Bildschirm, was ich sehe. Das schafft Transparenz – und oft eine ganz neue Art, den eigenen Körper zu verstehen.

Wie eine seriöse Dunkelfeld-Analyse wirklich abläuft

Hier ist ein Punkt, der mir sehr wichtig ist – und der in vielen Praxen nicht beachtet wird:

Ein kurzer Blick direkt nach der Blutentnahme ist keine aussagekräftige Analyse. Er ist oberflächlich und kann zu falschen Schlüssen führen.

In meiner Praxis wird das Blut:

  • Direkt nach der Entnahme untersucht
  • Nach ca. 3–4 Stunden erneut betrachtet
  • Danach in regelmäßigen Abständen – bis zu 24 Stunden oder länger

Erst diese zeitliche Beobachtung macht die Analyse wirklich aussagekräftig. Viele diagnostisch wertvolle Zeichen werden erst nach Stunden sichtbar: Veränderungen der roten Blutkörperchen, das Verhalten der Immunzellen, das Wachstum von Mikroorganismen.

Das Blut wird aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen entnommen – einem sogenannten Kapillargebiet. Ein kleiner Tropfen genügt. Für eine optimale Analyse empfehle ich, in den zwei Tagen davor ausreichend Wasser zu trinken – was ohnehin für viele eine sinnvolle Erinnerung ist.

Auf Wunsch führe ich die Analyse auch mit dem Nährmedium Bukovitan durch, das die Darstellung von Erregern verbessert und das Blut länger haltbar macht.

Nicht nur Blut Die Dunkelfeldmikroskopie ist nicht auf Blut beschränkt. Auch Speichel, Sekret aus dem Atemtrakt, Vaginalflüssigkeit, Urin, Stuhl oder ein Analabklatsch-Präparat können untersucht werden – etwa zum Nachweis von Bakterien, Pilzbefall oder Würmern. Das Material für einen Analabklatsch (Klebestreifen, morgens vor dem ersten Stuhlgang) gebe ich auf Wunsch gerne mit.

Was die Dunkelfeldmikroskopie zeigen kann

Beurteilt werden:

  • Zustand der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) – Form, Verformbarkeit, Aggregationsneigung
  • Zustand der Blutplättchen (Thrombozyten)
  • Aktivität und Erscheinungsbild der Immunzellen
  • Vorhandensein und Wachstumsgrad von Mikroorganismen
  • Hinweise auf Stoffwechselbelastungen wie Leberbelastung oder erhöhte Triglyceride
  • Hinweise auf Nährstoffmängel – zum Beispiel Eisen oder Vitamin B12
  • Hinweise auf Schwermetallbelastung anhand der Beschaffenheit der Erythrozyten

Welche Erreger lassen sich nachweisen?

Bakterien Verschiedene Formen, u. a. Spirochäten wie Borrelien – eine der sichersten Methoden zum Borrelien-Nachweis
Pilze Candida-Sporen im Blut; besser noch im Speichel oder Vaginalabstrich nachweisbar
Parasiten Protozoen, Würmer und Wurmeier, auch Larven; Würmer sind periodisch – tropische Formen bevorzugt abends
Weitere Erreger Rickettsien, Bartonellen, Babesien, Chlamydien u. a.
Zur Borrelien-Diagnostik Die Dunkelfeldmikroskopie ist seit über 100 Jahren eine der verlässlichsten Methoden zum direkten Nachweis von Spirochäten – den Erregern der Borreliose. Ich kombiniere sie mit weiteren Labormethoden für einen möglichst vollständigen Befund. Mehr zur Autoimmun- und Entzündungsdiagnostik in meiner Praxis.

Das Geldrollensyndrom – und warum ich damit sehr vorsichtig bin

Das sogenannte Geldrollensyndrom (Rouleaux-Bildung) beschreibt das Zusammenlagern roter Blutkörperchen zu münzrollenartigen Stapeln. Es kann ein Hinweis auf erhöhte Entzündungsneigung, Eiweißveränderungen im Blut oder bestimmte Erkrankungen sein.

Hier ist jedoch etwas sehr Wichtiges zu wissen:

Das Geldrollensyndrom ist häufig kein Befund – sondern ein Fehler Eine Geldrollenbildung ist bis zu einem gewissen Grad vollkommen normal. Kurze Geldrollen entstehen physiologisch und sind kein pathologischer Befund. Ausgeprägte Geldrollen entstehen zudem sehr häufig durch fehlerhafte Blutentnahme – zu langsames Auftragen auf den Objektträger, zu dickes Präparat, Luftblasen, Drücken der Fingerbeere. Wer diesen Fehler macht und das Ergebnis trotzdem als Befund kommuniziert, stellt eine falsche Diagnose.

In meiner Praxis kommt ein echter, klinisch relevanter Geldrollenbefund sehr selten vor. Die sorgfältige Blutentnahmetechnik und die Erfahrung im Umgang mit dem Präparat sind entscheidend, um Artefakte von echten Befunden zu unterscheiden.

Was mich wirklich stört: Ich erlebe regelmäßig Patientinnen und Patienten, die von einer Dunkelfelddiagnose in der Region kommen – und bei denen fast ausnahmslos ein Geldrollensyndrom „gefunden" wurde. Gefolgt von einer kostenintensiven Therapieempfehlung und dem Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln direkt in der Praxis.

„Diagnostik ist ein Dienst am Patienten – kein Verkaufsinstrument. Wer einen Befund nutzt, um Produkte zu vermarkten, hat die Prioritäten falsch gesetzt."

Was die Dunkelfeldmikroskopie nicht kann – Klartext

Zur Seriosität gehört auch die ehrliche Einschränkung. Folgendes wird in manchen Praxen behauptet – stimmt aber nicht:

✔ Was sie kann

  • Bakterien, Parasiten, Pilze direkt sichtbar machen
  • Zustand der Blutzellen beurteilen
  • Hinweise auf Erreger, Mängel, Stoffwechselbelastungen liefern
  • Therapieverlauf begleiten und kontrollieren
  • Frühzeichen zeigen, bevor Standardlabor auffällig wird

✗ Was sie nicht kann

  • Viren direkt sichtbar machen (zu klein; nur indirekte Hinweise möglich)
  • Organdiagnosen aus Zellformen ableiten (Herzform = Herzproblem – das ist unwissenschaftlich)
  • Zoneneinteilungen des Objektträgers für Körperbereiche (links = Bein, oben = Kopf – Unsinn)
  • Alle Erkrankungen sicher erkennen

Diese Einschränkungen offen anzusprechen ist mir wichtig – nicht um die Methode kleinzureden, sondern weil ich glaube, dass Patientinnen und Patienten die Wahrheit verdienen. Dunkelfeldmikroskopie ist ein wertvolles Werkzeug, wenn sie korrekt eingesetzt und ehrlich eingeordnet wird.

Wie ich die Dunkelfeldmikroskopie in meine Diagnostik einbette

 

Für mich ist die Dunkelfeldmikroskopie ein Teil eines größeren diagnostischen Bildes – nie die einzige Methode. Ich kombiniere sie mit:

 

Das Ergebnis ist ein Gesamtbild – kein isolierter Befund, der für sich alleine steht und in Maßnahmen übersetzt wird, ohne den Menschen dahinter zu verstehen.


🔬 Mehr zur Diagnostik in meiner Praxis: Was ich untersuche und warum  ·  Mikronährstofftherapie  ·  Immunregulation & Entzündung

Du möchtest wissen, wie es wirklich um dein Blut, deine Erreger oder deine Mikronährstoffversorgung steht – sorgfältig, ehrlich und im Gesamtkontext betrachtet?

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Häufige Fragen zur Dunkelfeldmikroskopie

Ist Dunkelfeldmikroskopie wissenschaftlich anerkannt?

Die Dunkelfeldmikroskopie als Methode ist über 200 Jahre alt und wissenschaftlich etabliert – insbesondere zum Nachweis von Spirochäten wie Borrelien. Was nicht wissenschaftlich belegt ist, sind bestimmte Interpretationsmuster, die in manchen Praxen angewendet werden – etwa die Ableitung von Organerkrankungen aus Zellformen oder Zonendiagnosen des Objektträgers. Ich halte mich an das, was tatsächlich belegbar ist.

Was kostet eine Dunkelfeldanalyse und wie lange dauert sie?

Da eine seriöse Analyse das Blut über mehrere Stunden beobachtet, ist sie zeitintensiv. Ich bitte um Kontaktaufnahme für aktuelle Informationen zu Dauer und Kosten – diese hängen auch davon ab, welche weiteren Untersuchungen kombiniert werden.

Was bedeutet es, wenn bei mir ein „Geldrollensyndrom" gefunden wurde?

Das hängt stark davon ab, wie die Probe entnommen und beurteilt wurde. Kurze Geldrollen sind physiologisch normal. Ausgeprägte Geldrollen entstehen sehr oft durch fehlerhafte Blutentnahme – und sind dann kein Krankheitsbefund, sondern ein technisches Artefakt. Wenn du dir unsicher bist, ob der Befund korrekt eingeordnet wurde, spreche ich das gerne mit dir durch.

Kann man Borrelien im Dunkelfeld wirklich sehen?

Ja – Spirochäten wie Borrelien waren bereits vor über 100 Jahren im Dunkelfeld nachweisbar und gelten als eine der sichersten direkten Nachweismethoden. Voraussetzung ist Erfahrung im Erkennen der verschiedenen Formen (Spiralform, Granula, Zysten) und eine sorgfältige Analyse über mehrere Stunden.

Muss ich für die Analyse nüchtern sein?

Nicht zwingend – aber es empfiehlt sich, in den zwei Tagen zuvor ausreichend Wasser zu trinken. Eine sehr fettreiche Mahlzeit kurz vor der Entnahme kann das Blutbild beeinflussen. Ich gebe bei der Terminvereinbarung konkrete Hinweise zur Vorbereitung.

Kann ich bei der Untersuchung dabei sein und mein Blut selbst sehen?

Ja – und das ist mir sogar wichtig. Du siehst alles live auf dem Bildschirm. Ich erkläre, was ich sehe, und beantworte deine Fragen direkt. Diagnostik funktioniert besser, wenn der Mensch versteht, was er sieht.

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Ehrliche Diagnostik – das ist der Anspruch, mit dem ich seit über 25 Jahren arbeite.

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Gudrun Faller führt seit über 25 Jahren eine Praxis für ganzheitliche Medizin in Lörrach. Ihr Schwerpunkt liegt auf hormonellen Regelkreisen, chronischen Entzündungen, Stress- und Immunregulation sowie Mikronährstofftherapie. Alle Inhalte basieren auf langjähriger Praxiserfahrung und aktueller naturheilkundlicher Diagnostik.




Nachtrag:

Würmer:

Oft sind auch Wurmhäute (z.b. von Hakenwürmer) im Blut. Aber auch schon von Abwehrzellen angegriffene Würmer. Lebende Würmer flüchten gerne.
Würmer sind auch nur periodisch da: tropische Würmer u.a. in den Abendstunden im Blut.
Würmer können durch Mücken und Zecken direkt in die Blutbahn gelangen.
Würmer sind meist im Darm zu finden, können jedoch ihre Eier in die Blutbahn abgeben und dann sind Larven oder Wurmeier auch sichtbar.
Würmer sind oft auch in Lymphbahnen. Durch den Stich bei der Blutentnahme in der Fingerbeere, ist meist auch etwas Lymphe im Ausstrich. Hier können auch Würmer vorhanden sein.
Würmer können auch Bakterien, Pilze und Viren in sich tragen und abgeben. Es können aber auch Würmer vorkommen, die wiederum andere kleinere Wurmarten in sich tragen (und auch eigene Arten: Lebendgebärende Würmer)

Achtung:
Fussel von Putztüchern oder Staubfussel sehen leider Würmern sehr ähnlich. Oft ist eine Unterscheidung sehr schwer!

Schwermetalle:
es gibt Hinweise auf Schwermetallbelastung im Blut, u.a. durch die Beschaffenheit der roten Blutkörperchen.




Ein paar Bilder:
(mit dem Handy durch ein Okular aufgenommen (Schwarze Flecken und Schlieren sind nicht im Blut sondern eine Verunreinigung),
oder Abfotografieren des PC Bildschirms. Daher mit Spiegelungen)


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Pflichteintrag: Hinweis zum Heilmittelwerbegesetz (§3 Nr.1):  Bei einigen der hier vorgestellten Behandlungs- und Diagnosemethoden handelt es sich um Verfahren der alternativen Medizin, die zum Teil wissenschaftlich noch nicht anerkannt sind. Alle Angaben über Eigenschaften, Wirkungen und Indikationen beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungen innerhalb der Therapiemethoden selbst.



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