Ganzheitliche Zahnheilkunde – Amalgam, Zahnherde und was dein Mund mit deiner Gesundheit zu tun hat
Von Gudrun Faller, Heilpraktikerin in Lörrach – in Zusammenarbeit mit ganzheitlichen Zahnärztinnen und Zahnärzten |
Autoimmun & Entzündung ·
Diagnostik
Worum es geht
Zähne und Kiefer sind anatomisch eng mit dem gesamten Körper verbunden – über Nerven, Blutgefäße, Lymphsystem und das Immunsystem. Zahnherde, Amalgambelastungen und unverträgliche Zahnmaterialien können chronische Beschwerden mitverursachen oder aufrechterhalten, die sich im Standardlabor nicht zeigen. Diese Seite erklärt, was ich in meiner Praxis prüfen und begleiten kann – und wann eine Zusammenarbeit mit einem ganzheitlichen Zahnarzt sinnvoll ist.
Warum mir dieses Thema besonders am Herzen liegt
Ich bin buchstäblich bei einer Zahnärztin aufgewachsen – sie war gleichzeitig Heilpraktikerin, und meine Mutter arbeitete bei ihr als Helferin. Es war diese Frau, die mich auf meinen Berufsweg als Heilpraktikerin gebracht hat. Von ihr habe ich früh gelernt, dass Zähne und Kiefer kein vom Körper getrenntes System sind. Dass ein schlecht abgeheilter Kieferknochen das Immunsystem jahrelang still belasten kann. Dass Amalgam kein harmloses Füllmaterial ist. Und dass der Zusammenhang zwischen Mund und Körper tiefer geht, als die meisten Menschen ahnen.
Dieses Wissen ist für mich keine Theorie – es begleitet mich seit Kindheitstagen. Und ich arbeite bis heute eng mit ganzheitlich denkenden Zahnärztinnen und Zahnärzten zusammen, weil ich weiß, was dieser gemeinsame Blick im richtigen Moment verändern kann.
Amalgam – mehr als eine Füllung
Amalgam besteht zu 50–55 % aus Quecksilber, ergänzt durch Silber, Zinn, Kupfer und Zink. Es ist seit Jahrzehnten das am häufigsten verwendete Füllmaterial in der Zahnmedizin – und gleichzeitig eines der umstrittensten.
Das Problem: Im Mundmilieu wird Amalgam durch Bakterienbesiedlung, Säureverschiebungen, Karies oder das Zusammentreffen verschiedener Metalle in giftiges Methylquecksilber umgewandelt. Dieses ist im Gegensatz zum ursprünglichen Amalgam hochgradig toxisch – und findet Wege in den Körper.
Quecksilber lagert sich in Körperdepots ab – in Nervengewebe, Gehirn, Hypophyse, Rückenmark, Niere, Leber, Darm, Knochen, Fettgewebe. Das ist kein Zufall: Quecksilber hat eine besondere Affinität zu fettreichen Geweben und zu Schwefelverbindungen, die in Enzymen und Nervenzellen vorkommen. Und es passiert die Plazentaschranke – Amalgambelastungen der Mutter werden auf das ungeborene Kind übertragen.
„Quecksilber ist kein lokales Problem – es ist ein systemisches. Was im Zahn beginnt, kann im Nervensystem, im Immunsystem, im Hormonsystem ankommen."
Mögliche Symptome einer Schwermetallbelastung
Die Symptome sind vielfältig und unspezifisch – was die Zuordnung schwierig, aber nicht unmöglich macht:
Chronische Erschöpfung, Antriebslosigkeit
Kopfschmerzen, Migräne
Schwindel, Konzentrationsprobleme
Hautprobleme, Allergien
Muskel- und Gelenkschmerzen, Arthritis
Stimmungsschwankungen, Depressionen
Seh- und Hörstörungen
Hormonstörungen, Zyklusprobleme
Immunschwäche, wiederkehrende Infekte
Neuropathien, Taubheitsgefühle
Im schlimmsten Fall: Autoimmunerkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen
Unfruchtbarkeit (bei Männern und Frauen)
Wichtig: Amalgam ist nicht bei jedem das Problem
Nicht jede Person mit Amalgamfüllungen erkrankt. Die individuelle Entgiftungskapazität, genetische Faktoren (z. B. MTHFR-Polymorphismen) und die Gesamtbelastungssituation entscheiden darüber, wie stark das Immunsystem reagiert. Deshalb ist eine individuelle Testung sinnvoller als ein pauschales Handeln.
Zahnherde & Störfelder – stille Zeitbomben
Ein Herd ist eine Veränderung im Körper, die Fernwirkungen auf andere Organe und Systeme hat – nicht nur lokale Schmerzen. Zahnherde gehören zu den häufigsten, aber am meisten übersehenen Herden in der Medizin.
Die Verbindung zwischen Zahn und Körper läuft über drei Wege: über Nerven (mit direkten Auswirkungen auf das Zentralnervensystem), über Blut- und Lymphgefäße (Bakterien und Toxine können systemisch zirkulieren) und über Meridianverbindungen (jeder Zahn steht in Beziehung zu einem Organ, einem Wirbelsegment und einem Meridian).
Was das Dunkelfeld zeigt
In der Dunkelfeldmikroskopie – die ich in meiner Praxis einsetze – sind Bakterien im Blut häufig nachweisbar, die aus dem Zahnbereich oder anderen Herden stammen. Mundspirochäten (verwandt mit den Borrelioseerregern), Porphyromonas gingivalis, Fusobacterium nucleatum und andere Keime aus dem Zahnumfeld werden mit ernsthaften systemischen Erkrankungen in Verbindung gebracht – darunter rheumatoide Arthritis, Herzerkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und MS sowie Darmkrebs.
Mögliche Zahnherde
Wurzelbehandelte Zähne
In feinsten Seitenkanälchen überleben anaerobe Bakterien und produzieren chronisch Toxine. Der Zahn ist „tot" – aber nicht neutral. Er kann jahrelang das Immunsystem belasten, ohne Schmerzen zu verursachen.
NICO / Restostitis
Schlecht heilende Kieferknochen nach Extraktionen oder verbliebene Wurzelreste im Knochen (Restostitiden) bilden chronische Entzündungsherde – im konventionellen Röntgenbild oft nicht sichtbar.
Parodontitis
Chronische Zahnfleischentzündung ist gut erforscht als systemischer Entzündungsfaktor – mit Verbindungen zu Herzkrankheiten, Diabetes, Frühgeburten und Autoimmunprozessen.
Zysten & Kieferveränderungen
Degenerative Kieferveränderungen und Zysten können als stille Herde wirken – lange unbemerkt, bis bildgebende Verfahren sie sichtbar machen.
Materialunverträglichkeiten
Amalgam, Metalllegierungen in Kronen oder Brücken, Komposite und Kleber – jedes im Mund eingebrachte Material kann eine individuelle Immunreaktion auslösen.
Verlagerte Weisheitszähne
Nicht durchgebrochene oder fehlpositionierte Weisheitszähne können den Knochen chronisch reizen und als Störfelder wirken.
Mögliche Symptome durch Zahnherde
Kopf- und Gesichtsschmerzen, Neuralgien
Migräne, Tinnitus
Chronische Verspannungen, Nackenschmerzen
Fatigue, Erschöpfung
Rheuma, Gelenkbeschwerden
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Schlafstörungen
Autoimmunerkrankungen
Erkrankungen innerer Organe
Neurodegenerative Erkrankungen (MS, Alzheimer)
Materialien testen – bevor sie eingebracht werden
Viele ganzheitliche Zahnärztinnen und Zahnärzte können Proben der geplanten Materialien mitgeben – Implantatmetall, Keramik, Klebematerial, Füllungskomposit. Auch habe ich viele Zahnwerkmaterialien in der Praxis vorliegen. Diese Proben teste ich in meiner Praxis, bevor eine irreversible zahntechnische Entscheidung getroffen wird.
Das gilt ebenso nach einer Amalgamentfernung: Bevor ein Ersatzmaterial dauerhaft eingebracht wird, sollte auch dieses auf individuelle Verträglichkeit überprüft werden. Was laborchemisch zertifiziert ist, muss nicht für jeden Menschen verträglich sein.
Diagnostik in meiner Praxis
⚡EAV / IST – Elektroakupunktur nach Voll, Testung mit Testreagenzien in Ampullenform
🤲AK / RD-Kinesiologie – Kinesiologische Testverfahren, auch für Materialproben
🔬Bioresonanz – mit Testreagenzien und Frequenzwerten
🩸LTT (Lymphozytentransformationstest) – Blutuntersuchung auf Materialunverträglichkeiten
🔴Dunkelfeldmikroskopie – Lebendblutanalyse auf Bakterien und Keime aus dem Zahnbereich
⚗️Vollblutanalyse Mineralien – zeigt den tatsächlichen intrazellulären Mineralstatus, nicht nur den Serumspiegel
Warum Vollblut, nicht Serum?
Bei Schwermetallbelastungen kommt es fast immer auch zu Verschiebungen im Mineralhaushalt. Die Vollblutanalyse zeigt den tatsächlichen intrazellulären Mineralgehalt – die herkömmliche Serumuntersuchung ist hier zu ungenau und kann einen Mangel leicht übersehen.
Ausleitung – individuell, geduldig, schrittweise
Die Ausleitung von Schwermetallen – insbesondere Quecksilber – beginnt idealerweise vor der eigentlichen Amalgamentfernung durch den Zahnarzt. Quecksilber hat sich über Jahre in verschiedenen Körperdepots angesammelt. Diese Depots lösen sich nicht schnell – eine nachhaltige Ausleitung ist kein Projekt von wenigen Wochen, sondern ein Prozess, der Geduld, Begleitung und aktive Mitarbeit erfordert. Auch kann es machmal sinnvoll sein, die Amalgam Füllungen zu belassen, da eine Ausleitung mehr schaden als nutzen würde.
Erst stabilisieren, dann mobilisieren!
Ausleitung ohne ausreichende Vorbereitung kann mehr schaden als nützen. Wenn Schwermetalle aus Depots mobilisiert werden, ohne dass genug Bindungskapazität vorhanden ist, zirkulieren sie frei im Körper – und lagern sich möglicherweise in empfindlicherem Gewebe neu ab. Zudem kann es schwere Immunologische Folgen haben- inkl. Autoimmune Schübe! Deshalb steht Stabilisierung immer vor Mobilisierung.
🧠Psychokinesiologie bei psychischen Belastungsanteilen
Es gibt keinen festen Plan. Die Methoden werden individuell an deine Situation, deine Belastung und deine Kapazität angepasst. Was bei einer Person gut funktioniert, kann bei einer anderen zu viel sein. Ich begleite diesen Prozess Schritt für Schritt.
Was der Zahnarzt leisten kann – und wann es sinnvoll ist
Für die zahnärztliche Diagnostik und Behandlung verweise ich gezielt an ganzheitlich arbeitende Zahnärztinnen und Zahnärzte, mit denen ich zusammenarbeite. Folgende Verfahren sind dort möglich:
DVT (Digitales Volumentomogramm) – deutlich aussagekräftiger als konventionelles Röntgen; zeigt NICO-Herde und Kieferveränderungen, die im 2D-Röntgenbild unsichtbar bleiben
Vitalitätsmessung – prüft, ob ein Zahn noch lebendig ist
Professionelle Amalgamentfernung unter Schutzmaßnahmen (Kofferdam, Absaugung, Sauerstoff) – eine unsachgemäße Entfernung kann mehr Belastung erzeugen als das Amalgam selbst
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Über die Autorin:
Gudrun Faller führt seit über 25 Jahren eine Praxis für ganzheitliche Medizin in Lörrach. Ihr Schwerpunkt liegt auf hormonellen Regelkreisen, chronischen Entzündungen, Stress- und Immunregulation sowie Mikronährstofftherapie. Mitglied im Fachverband Deutscher Heilpraktiker (FDH).
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