Kirschwasser und Salz als Heilmittel
Dieser Text aus dem Jahr 2006 dokumentiert ein historisches Hausmittel aus der Volksheilkunde.
Er dient der kulturhistorischen Einordnung traditioneller Anwendungen und ersetzt keine medizinische Diagnostik oder Therapie.
Kirschwasser und Salz als Heilmittel
Man nehme:
1 Liter reines Kirschwasser (40-45 %)
1 gestr. Eßl. Salz
beides so lange mischen, bis sich das ganze Salz aufgelöst hat.
Die Anwendung...
...ist vielfältig. Hier nur einige Beispiele zur Anregung:
Halsschmerzen: zum einen das Mittel gurgeln, zum anderen jedes Ohr damit auffüllen und zehn Minuten warten. Dazu am Besten hin liegen und ein in der Lösung getränktes Tuch in den Nacken legen.
Kopfschmerzen: den Kopf mit dem Mittel 5-6 mal einreiben. Bei hartnäckigen Fällen die Anwendung wiederholen und dazu zwei Eßl. des Mittels mit sechs bis acht Eßl heissem Wasser verdünnt trinken.
Rheumatismus: den leidenden Körperteil mit dem Mittel einreiben. Dies über einen längeren Zeitraum ein- bis zweimal täglich fortsetzen.
Magenerkrankungen: das Mittel am Abend den Kopf, Stirn und Schläfen dreimal hintereinander gut einreiben, danach den Kopf mit einem Tuch bedeckt und zum Schlafengehen ein angefeuchtetes Leintuch auf den Magen legen, darüber ein wollenes Tuch. Zusätzlich sollte man morgens und abends eine Stunde vor dem Essen einen Eßl. verdünnt in zwei bis drei Eßl. warmen Wasser trinken.
Zahnfleisch-Geschwüre: ein Stück Leintuch im Mittel tränken und auf den kranken Teil des Zahnfleisches zwischen Zahnreihe und Backe legen.
Entnommen aus dem Büchlein „Die Selbsthilfe“- „Zur Erhaltung der Gesundheit und zur Heilung der leidenden Menschheit ist der Inhalt dieses Buches ein nützlicher Ratgeber“ Zu beziehen über Frau Karin Beuttel, Tel. 07026-52 42
In meiner Praxis sehe ich, dass Beschwerden wie Halsentzündungen, Gelenkschmerzen oder wiederkehrende Kopfschmerzen selten isoliert entstehen.
Häufig spielen Stressregulation, Entzündungsprozesse, Darm-Immunsystem-Achse oder hormonelle Faktoren eine Rolle.
Traditionelle äußere Anwendungen können begleiten – ersetzen aber keine individuelle Ursachenklärung.
Wenn Beschwerden wiederkehren oder chronisch werden, lohnt sich ein genauer Blick auf die zugrunde liegenden Regulationssysteme.
Achtung: Alkohol kann – insbesondere bei Entzündungen, hormonellen Dysbalancen, Leber- oder Stoffwechselbelastungen ungünstige oder stark schädigende Wirkung haben! Auf keinen Fall innerliche Anwendung bei Kindern!