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Keto und Autoimmunerkrankungen: Hilfe oder Hype?

Keto und Autoimmunerkrankungen: Hilfe oder Hype?

Dein Körper greift sich selbst an. Müdigkeit, Schmerzen, Entzündungen – und die Schulmedizin bietet dir oft nur Symptombekämpfung. Dann liest du irgendwo, dass eine ketogene Ernährung Autoimmunerkrankungen "heilen" kann. Zu schön, um wahr zu sein? Oder steckt mehr dahinter?

Die Wahrheit liegt – wie so oft – irgendwo dazwischen. Lass uns gemeinsam anschauen, was die Wissenschaft wirklich sagt, für wen Keto bei Autoimmunerkrankungen sinnvoll sein kann und wann du vorsichtig sein solltest.
Ich hatte selbst Autoimmune Gefässentzündungen, und konnte mit Keto-Ernährung viel erreichen. Ich bin ein Fan von Keto. Man sollte allerdings einiges beachten. Manches kannst du schon in einem vorangegangenen Bericht lesen:
Keto & Metabolische Flexibilität

Was passiert eigentlich bei einer Autoimmunerkrankung?
Bevor wir über Keto sprechen, müssen wir verstehen, was bei Autoimmunerkrankungen schief läuft.
Normalerweise ist dein Immunsystem ein präzises Verteidigungssystem: Es erkennt Eindringlinge (Bakterien, Viren, Parasiten) und eliminiert sie, während es körpereigene Strukturen in Ruhe lässt. Bei einer Autoimmunerkrankung verliert das Immunsystem diese Unterscheidungsfähigkeit.
Das Immunsystem attackiert:
  • Hashimoto-Thyreoiditis: Schilddrüsengewebe
  • Rheumatoide Arthritis: Gelenke und Bindegewebe
  • Multiple Sklerose (MS): Nervenscheiden im Gehirn und Rückenmark
  • Morbus Crohn/Colitis ulcerosa: Darmschleimhaut
  • Lupus (SLE): Verschiedene Organe und Gewebe
  • Psoriasis: Hautzellen
  • Typ-1-Diabetes: Insulin-produzierende Betazellen der Bauchspeicheldrüse

Die Folge: Chronische Entzündung, Gewebeschäden und oft ein Teufelskreis aus immer mehr Immunaktivierung.

Die drei Säulen der Autoimmunität
Die moderne Forschung zeigt, dass für die Entstehung einer Autoimmunerkrankung drei Dinge zusammenkommen müssen:
  1. Genetische Veranlagung – Du hast bestimmte Gene (aber viele mit diesen Genen werden nie krank!)
  2. Umwelt-Trigger – Infektionen, Stress, Toxine, Ernährung…
  3. Erhöhte Darmpermeabilität ("Leaky Gut") – Die Darmbarriere ist durchlässig

Die gute Nachricht: Punkt 2 und 3 kannst du beeinflussen. Und genau hier kommt die Ernährung ins Spiel.

Warum überhaupt Keto bei Autoimmunerkrankungen?
Die ketogene Ernährung ist keine Erfindung der Instagram-Influencer, sondern wurde bereits in den 1920er Jahren medizinisch eingesetzt – ursprünglich gegen Epilepsie. Dabei stellten Ärzte fest: Ketose hat tiefgreifende Effekte auf das Nervensystem und Entzündungsprozesse. Auch heute wird Keto noch bei Epilepsie eingesetzt- wie z.b. in der Uniklinik Freiburg.

Die Mechanismen: Wie Ketose auf Immunsystem und Entzündung wirkt
1. Reduktion von Entzündungsmarkern
In Ketose produziert dein Körper Ketonkörper (vor allem Beta-Hydroxybutyrat, kurz BHB). BHB ist nicht nur ein Energieträger, sondern auch ein signalgebender Botenstoff. Es:
  • hemmt den NLRP3-Inflammasom-Komplex (ein Haupttreiber chronischer Entzündung)
  • reduziert pro-entzündliche Zytokine wie IL-1β, IL-6 und TNF-alpha
  • aktiviert anti-entzündliche Signalwege

2. Verbesserung der Mitochondrienfunktion

Autoimmunerkrankungen gehen oft mit mitochondrialer Dysfunktion einher. Ketone:
  • sind ein effizienterer Brennstoff als Glukose
  • produzieren weniger oxidativen Stress
  • verbessern die mitochondriale Biogenese (Neubildung von Mitochondrien)

3. Stabilisierung des Blutzuckers

Blutzuckerschwankungen fördern Entzündungen. Ketogene Ernährung:
  • reduziert Glukose-Spikes
  • senkt Insulin (chronisch hohes Insulin fördert Entzündung)
  • stabilisiert die Energieversorgung ohne Achterbahn-Effekte

4. Modulation der Darmgesundheit

Der Darm ist bei Autoimmunerkrankungen oft beteiligt. Keto kann:
  • pathogene Bakterien "aushungern" (viele brauchen Zucker)
  • die Darmbarriere stabilisieren
  • die Produktion kurzkettiger Fettsäuren fördern (wenn genug Ballaststoffe!)

5. Autophagie-Aktivierung

Autophagie ist der zelluläre "Müllabfuhr-Prozess". Ketose verstärkt Autophagie, was bedeutet:
  • beschädigte Zellbestandteile werden recycelt
  • Immunzellen werden "aufgeräumt"
  • weniger fehlgeleitete Immunreaktionen


Die Evidenz: Was sagt die Forschung?
Schauen wir uns an, was konkret erforscht wurde – nach Erkrankungen.

Multiple Sklerose (MS)
Status: Vielversprechend
Mehrere Studien zeigen positive Effekte:
  • Reduktion von Fatigue (dem häufigsten MS-Symptom)
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Möglicherweise verlangsamter Krankheitsverlauf
  • Verbesserung kognitiver Funktionen

Eine 2022er Studie zeigte, dass MS-Patienten unter ketogener Ernährung (6 Monate) signifikante Verbesserungen in Fatigue-Scores und körperlicher Leistungsfähigkeit hatten.
Warum? MS ist eine neuroinflammatorische Erkrankung. Die neuroprotektiven und anti-entzündlichen Effekte von Ketonen scheinen hier besonders relevant zu sein.

Rheumatoide Arthritis (RA)
Status: Gemischte Datenlage
Einige Studien zeigen:
  • Reduktion von Gelenkschmerzen
  • Weniger Morgensteifigkeit
  • Verbesserung von Entzündungsmarkern (CRP, BSG)
ABER: Andere Studien finden keine signifikanten Effekte. Warum die Unterschiede?
  • Dauer der Intervention (zu kurz?)
  • Individuelle Variabilität
  • Begleitende Medikation

Meine Beobachtung:
Bei RA-Patienten scheint eine Kombination aus Keto + Elimination potenzieller Trigger-Lebensmittel (Nachtschattengewächse, Gluten, Milchprodukte) oft besser zu funktionieren als Keto allein.

Hashimoto-Thyreoiditis
Status: Komplex und individuell
Hier wird's kompliziert. Einerseits:
  • Reduktion der Antikörper-Titer bei manchen Patienten
  • Weniger Entzündung
  • Stabilerer Energielevel
Andererseits:
  • Langfristig very low-carb kann die T4-zu-T3-Konversion reduzieren
  • Bei Hashimoto mit bereits reduzierter Schilddrüsenfunktion problematisch
  • Viele Hashimoto-Patientinnen sind Frauen – hormonelle Aspekte!

Fazit:
Moderate Low-Carb (100-150g KH) ist oft besser als strenge Keto bei Hashimoto. Oder Keto nur als zeitlich begrenzte Intervention.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED): Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
Status: Vorsichtig optimistisch
Kleinere Studien zeigen:
  • Reduktion von Darmentzündung
  • Weniger Schübe
  • Verbesserung der Symptomatik

ABER ACHTUNG: Bei aktiven Schüben kann sehr fettreiche Kost problematisch sein. Hier ist individuelle Anpassung entscheidend.
Wichtig: Bei CED ist oft eine Kombination sinnvoll:
  • Moderate Keto oder Low-Carb
    • spezifische Kohlenhydrat-Diät (SCD) oder Low-FODMAP
    • Eliminierung individueller Trigger

Lupus (SLE)
Status: Erste vielversprechende Daten
Tiermodelle zeigen starke Effekte, Humanstudien sind rar. Anekdotische Berichte von Patienten sind positiv, aber wir brauchen mehr Forschung.


Psoriasis
Status: Möglicherweise hilfreich
Gewichtsverlust allein verbessert oft schon Psoriasis. Ketogene Ernährung kann zusätzlich durch:
  • anti-entzündliche Effekte
  • Verbesserung der Insulinsensitivität
  • Reduktion von Entzündungsmarkern

helfen. Aber auch hier: individuelle Trigger (Alkohol, Nachtschatten, Stress) nicht vergessen!

Gefäßentzündungen (Vaskulitis)
mit dem ich eigene Erfahrungen habe:

Status: vielversprechend, klinische Studien fehlen
Vaskulitiden – autoimmune Entzündungen der Blutgefäße – sind eine Gruppe von Erkrankungen (Arteriitis, Riesenzellarteriitis, ANCA-assoziierte Vaskulitiden, etc.). Obwohl es bisher keine direkten klinischen Studien zu Keto und Vaskulitis gibt, sprechen die Mechanismen stark für einen potenziellen Nutzen.
Was die Forschung zeigt:
Studien an Gefäßendothel (der innersten Schicht der Blutgefäße) zeigen, dass Ketonkörper in physiologischen Konzentrationen – wie sie bei ernährungsbedingter Ketose auftreten – direkte anti-entzündliche Effekte haben. Eine tierexperimentelle Studie konnte nachweisen, dass ketogene Ernährung pro-entzündlicher Marker in Blutgefäßen stark reduziert. Gleichzeitig wurden anti-entzündliche Marker hochreguliert.

Die entscheidenden Mechanismen bei Gefäßentzündungen:
  1. 1 Reduziert dadurch die Produktion von IL-1β – einem Haupttreiber vaskulärer Entzündung.
  2. Reduktion der Monozyten-Adhäsion: Ketonkörper verringern die Fähigkeit von Immunzellen, an der Gefäßwand "anzudocken" – ein kritischer Schritt in der Entstehung von Vaskulitis.
  3. Verbesserung der Endothelfunktion: Das Endothel ist bei Vaskulitis das primäre Angriffsziel. Ketone wirken direkt schützend auf diese Zellschicht.
  4. Oxidativer Stress: es werden Gene aktiviert, die eine schützende Rolle gegen oxidativen Stress haben und die reaktive Sauerstoffspezies (ROS) reduzieren. Diese spielen bei Gefäßschäden eine wichtige Rolle.
Wichtige Einschränkung – die Dosis macht das Gift:
Interessanterweise zeigt die Forschung, dass die Konzentration entscheidend ist:
Niedrige bis moderate Keton-Konzentrationen (wie bei ernährungsbedingter Ketose, etwa 0,5-3 mmol/L) wirken anti-entzündlich und gefäßschützend.
Sehr hohe Konzentrationen, wie sie bei diabetischer Ketoazidose auftreten (>10 mmol/L), haben dagegen gegenteilige Effekte und können zu vaskulären Komplikationen beitragen.

klinische Beobachtungen:
Obwohl kontrollierte Studien fehlen, gibt es zunehmend Berichte von Vaskulitis-Patienten, die unter ketogener Ernährung eine Reduktion ihrer Symptome, weniger Schübe und niedrigere Entzündungsmarker erfahren. Besonders berichtet wird von:
  • Verbesserung der systemischen Entzündungsmarker (CRP, BSG)
  • Reduktion von Fatigue und Allgemeinsymptomen
  • Stabilerer Krankheitsverlauf mit weniger Schüben
  • In manchen Fällen Reduktion der notwendigen Immunsuppression (immer in ärztlicher Absprache!)

Meine eigene Einschätzung:
Bei Vaskulitis-Patienten kann eine ketogene oder moderate low-carb Ernährung als ergänzender Therapieansatz durchaus sinnvoll sein – insbesondere wenn:
  • die systemische Entzündungslast hoch ist
  • konventionelle Therapie allein nicht ausreichend kontrolliert
  • der Patient motiviert und in der Lage ist, die Ernährung konsequent umzusetzen
  • eine engmaschige ärztliche Begleitung gewährleistet ist

Wichtig ist dabei, dass Keto bei Vaskulitis Teil eines Gesamtkonzepts sein sollte, das auch Stressmanagement, ausreichend Schlaf, moderate Bewegung und die Optimierung von Mikronährstoffen (besonders Vitamin D, Omega-3) umfasst.

Vorsicht bei bestimmten Vaskulitis-Formen:
Bei Vaskulitiden, die primär kleine Gefäße betreffen und mit Nierenbeteiligung einhergehen (z.B.
ANCA-assoziierte Vaskulitiden mit Nierenentzündung), sollte eine ketogene Ernährung nur unter nephrologischer Überwachung erfolgen, da die hohe Proteinzufuhr bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion problematisch sein kann!


Für wen ist Keto bei Autoimmunerkrankungen sinnvoll?
Nicht jeder profitiert gleichermaßen. Hier sind Faktoren, die eine Rolle spielen:
Gute Kandidaten für Keto-Versuch:
  • Neurologische Autoimmunerkrankungen (MS, autoimmune Enzephalitis)
  • Ausgeprägte Insulinresistenz zusätzlich zur Autoimmunerkrankung
  • Starkes Übergewicht (Gewichtsverlust ist per se anti-entzündlich)
  • "Brain Fog" und kognitive Probleme als Hauptsymptome
  • Bereits moderate Low-Carb probiert mit Teilerfolg
  • Männer (tendenziell besser verträglich als bei Frauen)
  • Bereitschaft für strukturierte Durchführung (mindestens 3 Monate)

Vorsicht geboten bei:
  • Schilddrüsen-Autoimmunerkrankungen (Hashimoto, Basedow)
  • Frauen mit Zyklus-Problemen oder in der Kinderwunsch-Phase
  • Bereits sehr niedrigem Körpergewicht
  • Essstörungen in der Vorgeschichte
  • Hohem Stresslevel und schlechtem Schlaf (Keto kann Cortisol erhöhen)
  • Corticosteroid-Therapie (komplexe Interaktionen mit Blutzucker)

Nicht empfohlen bei:
  • Typ-1-Diabetes (Risiko für Ketoazidose!)
  • schwere Nierenerkrankungen
  • schwere Lebererkrankungen
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • aktive Eßstörungen

Der richtige Ansatz: Nicht nur Keto, sondern ein Gesamtkonzept
Hier ist der entscheidende Punkt, den viele übersehen: Ketogene Ernährung allein ist selten die Lösung. Bei Autoimmunerkrankungen brauchst du einen ganzheitlichen Ansatz.

Das Autoimmun-Protokoll (AIP) + Keto: Eine mächtige Kombination?
Das Autoimmun-Protokoll (AIP) ist eine Eliminationsdiät, die:
  • potenziell entzündliche Lebensmittel eliminiert (Getreide, Hülsenfrüchte, Nachtschatten, Eier, Nüsse, Samen, Milchprodukte)
  • nährstoffdichte, anti-entzündliche Lebensmittel fokussiert
  • schrittweise Reintroduktion ermöglicht

Kann man AIP und Keto kombinieren?

Ja, aber es ist anspruchsvoll! "AIP-Keto" bedeutet:
  • Fett hauptsächlich aus Kokos, Oliven, Avocado
  • Protein aus hochwertigem Fleisch, Fisch, Innereien
  • Kohlenhydrate aus stärkehaltigem Gemüse (in begrenzten Mengen)
  • Viel non-starchy Gemüse für Mikronährstoffe

Meine Empfehlung:
Starte mit AIP allein (nicht streng ketogen), beobachte 6-8 Wochen. Wenn du dann noch weiter optimieren willst, kannst du Richtung Keto gehen.

Die anderen kritischen Faktoren
1. Darmgesundheit ist fundamental
Keto allein heilt keinen Leaky Gut. Du brauchst zusätzlich:
  • Knochenbrühe, Kollagen
  • Fermentierte Lebensmittel (wenn verträglich)
  • Präbiotische Ballaststoffe
  • Probiotika (individuell testen)
  • Glutamin, Zink-Carnosin

2. Stress-Management ist nicht optional

Chronischer Stress = chronische Cortisol-Erhöhung = Entzündung + Immundysregulation
Wichtiger als die perfekte Makro-Verteilung:
  • 7-8 Stunden Schlaf
  • Stressreduktions-Praktiken (Meditation, Yoga, Spaziergänge)
  • Soziale Verbindungen
  • Freude und Leichtigkeit im Leben

3. Bewegung – aber nicht zu viel!

Übertraining verschlimmert Autoimmunerkrankungen. Besser:
  • Moderate Bewegung (Spaziergänge, Yoga, Schwimmen)
  • Krafttraining in moderater Intensität
  • Erholung priorisieren

4. Mikronährstoffe auffüllen

Bei Autoimmunerkrankungen häufig im Mangel:
  • Vitamin D (essenziell für Immunregulation!)
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Magnesium
  • Zink
  • Selen (besonders bei Hashimoto)
  • B-Vitamine

Eine ketogene Ernährung kann manche Mängel verschlimmern, wenn nicht sorgfältig geplant.

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Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
"Ich esse jetzt nur noch Fett und Fleisch" Gemüse ist nicht optional! Du brauchst Ballaststoffe, Mikronährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe.
"Ich mache Keto, aber esse weiter Milchprodukte und Nüsse" Bei Autoimmunerkrankungen sind das oft versteckte Trigger. Teste sauberes Keto ohne diese.
"Ich messe nie, ob ich in Ketose bin" Viele denken sie sind in Ketose, sind es aber nicht. Einmal messen zur Kontrolle ist sinnvoll.
"Ich ignoriere Elektrolyte" Keto-Grippe, Müdigkeit, Krämpfe sind oft nur Elektrolyt-Mangel. Salz dein Essen, supplementiere Magnesium!
"Ich stresse mich mit perfekten Makros" Stress ist schlimmer für deine Autoimmunerkrankung als 10g Kohlenhydrate zu viel. Entspann dich.
"Ich mache Keto ohne ärztliche Begleitung trotz Medikamenten" Keto kann Medikamenten-Bedarf ändern (besonders bei Diabetes-Medikation, Schilddrüsenhormonen). Unbedingt ärztlich begleiten!

Wann solltest du abbrechen?
Nicht jeder Körper reagiert positiv auf Keto. Stoppe oder pausiere, wenn:
  • Deine Symptome sich deutlich verschlechtern (nicht nur anfängliche Anpassung!)
  • Du extremen Haarausfall entwickelst
  • Dein Zyklus komplett aussetzt (Frauen)
  • Deine Schilddrüsenwerte sich drastisch verschlechtern
  • Du Anzeichen von Essstörung entwickelst
  • Deine Lebensqualität leidet statt sich zu verbessern
  • Du dich sozial isolierst wegen der Ernährung

Gesundheit ist mehr als Ketone im Blut.
Wenn Keto dein Leben nicht verbessert, ist es nicht der richtige Weg für dich.

Die Rolle von Medikamenten
Hier eine wichtige Klarstellung: Ketogene Ernährung ist kein Ersatz für notwendige Medikamente!
Viele Autoimmunerkrankungen brauchen – zumindest zeitweise – medikamentöse Therapie:
  • Immunsuppressiva
  • Biologika
  • Schilddrüsenhormone
  • Kortison (in akuten Phasen)

Ernährung ist eine
ergänzende Strategie, nicht ein Entweder-oder.
Mögliches Szenario:
  • Mit guter Ernährung, Stressmanagement und Lifestyle-Optimierung kannst du vielleicht die Medikamenten-Dosis reduzieren oder manchmal sogar absetzen
  • Oder Schübe werden seltener und milder
  • Oder die Progression verlangsamt sich

Aber:
Setze niemals eigenmächtig Medikamente ab! Das muss immer in Absprache mit deinem behandelnden Arzt geschehen.

Fazit: Keto als Werkzeug, nicht als Religion
Nach allem, was wir wissen, kann eine ketogene Ernährung bei bestimmten Autoimmunerkrankungen – besonders neurologischen – ein wertvolles therapeutisches Werkzeug sein. Die anti-entzündlichen und neuroprotektiven Effekte von Ketose sind real und gut dokumentiert.
Aber: Keto ist kein Wundermittel und nicht für jeden die richtige Wahl. Es funktioniert am besten als Teil eines ganzheitlichen Konzepts, das auch Darmgesundheit, Stress, Schlaf, Bewegung und soziale Faktoren berücksichtigt.
Das wichtigste:
Probiere es strukturiert aus – mindestens 8-12 Wochen für echte Bewertung Kombiniere mit anderen Strategien – AIP, Darmheilung, Stressreduktion Dokumentiere genau – Symptome, Laborwerte, Lebensqualität Sei flexibel – was nicht funktioniert, wird angepasst oder beendet Ärztliche/Therapeutische Begleitung – besonders bei Medikamenteneinnahme Langfristiges Ziel ist metabolische Flexibilität, nicht dauerhafte Ketose
Autoimmunerkrankungen sind komplex, individuell und multifaktoriell. Deine Ernährung ist ein mächtiges Werkzeug – aber eben nur eines von vielen.

Du leidest unter einer Autoimmunerkrankung und fragst dich, ob eine ketogene Ernährung oder andere Ernährungsstrategien für dich sinnvoll sein könnten? In meiner Praxis analysieren wir nicht nur deine Diagnose, sondern schauen uns das komplette Bild an: Laborwerte, Symptome, Lebenssituation, bisherige Therapien. Gemeinsam entwickeln wir einen individuellen Plan – wissenschaftlich fundiert, aber immer angepasst an dein Leben.

Ich habe lange Erfahrung mit Keto/Low carb auch bei Autoimmunen Erkrankungen. Vereinbare gerne einen Termin über Doctolib bei mir!


Häufig gestellte Fragen
Wie lange muss ich Keto machen, um zu wissen, ob es hilft? Mindestens 8-12 Wochen. Die ersten 2-4 Wochen sind reine Anpassung, echte Effekte auf Entzündung und Immunsystem brauchen länger.
Kann Keto meine Autoimmunerkrankung heilen? "Heilen" ist ein großes Wort. Keto kann helfen, Symptome zu reduzieren, Schübe zu minimieren und Lebensqualität zu verbessern. Aber die genetische Veranlagung bleibt. Realistische Erwartungen sind wichtig.
Ist Keto sicher mit meinen Medikamenten? Das hängt von deinen Medikamenten ab. Besonders bei Diabetes-Medikation und Schilddrüsenhormonen kann Anpassung nötig sein. Immer mit deinem Arzt besprechen!
Was ist besser: Keto oder AIP? Das ist nicht "entweder-oder". Viele profitieren von einer Kombination. Für den Anfang würde ich oft AIP empfehlen, dann eventuell Richtung Keto gehen, wenn gewünscht.
Ich bin Vegetarier/Veganer – geht Keto trotzdem? Ja, es geht- ich bin selbst Vegetarierin. Bei Autoimmunerkrankungen ist die Nährstoffdichte von tierischen Produkten (Omega-3, B12, Eisen, Zink, Vitamin A) oft wichtig. Das muss sehr sorgfältig geplant werden. Eier, Milchprodukte können hier helfen. Vegan ist es nicht ganz so einfach.
Kann ich Keto dauerhaft machen? Theoretisch ja, praktisch rate ich davon ab. Das aus Eigenerfahrung. Metabolische Flexibilität (siehe vorheriger Artikel) ist langfristig gesünder. Nutze Keto als therapeutisches Werkzeug, nicht als Lebensstil für immer.



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