Arthrose
Histamin
Abnehmen
Achtsamkeit
AdHS
Adrenal fatique
Allergien
Alte Verfahren
Alter
Anal
Anti aging
Arthrose
Atemtherapie
Atlas
Aufgelesen
Augendiagnose
Autismus
Autoimmun
Baseninfusion
Bewegungsapparat
Bioidentische Hormone
Bioresonanz
Blutegel
Borreliose
Burn out
CFS
Cholesterin
Covid
Darm
Detox
Diagnostik
Django
Doc Django
Dunkelfeld
Ebv
Entgiften
Entgiftung
Entspannung
Entzündungen
Epigenetik
Ernährung
Erreger
Erschöpfung
Estrobolom
Fasten
Fasten
Faszien
Fatique
Fettstoffwechsel
Fibromyalgie
FoDMAP
Forschung
Frauenheilkunde
Füsse
Ganzheitsmedizin
Gefässe
Gehirn
Gemmotherapie
Gewicht
GPCR
Hashimoto
Heilarbeit
Heilpilze
Herz
Histamin
Hormetische Reize
Hormome
Hormone
Hormone
Hormontherapie
HPU
Humor
Immunologie
Immunsystem
Impfungen
In eigener Sache
Infektionen
Infusionen
Insulinresistenz
Keto
Kinderheilkunde
Kinesiologie
Konstitution
Körperarbeit
Krankheitsursachen
Krebs
Kreislauf
Labor
Labordiagnostik
Leaky gut
Leber
Lipödem
Long covid
Longevity
Low carb
Magen
Männer
Männergesundheit
Me/CFS
Medikamente
Meditation
Mikrobiom
Mikronährstoffe
Mineralien
Mistel
Mitochondrien Therapie
Moderne Verfahren
Muskulatur
Mykose
Mykotoxine
Naturheilkunde
Naturheilverein
Naturidentische Hormontherapie
Nährstoffe
Nebennierenschwäche
Nebenwirkungen
Nerven
Neurodegenerativ
Neurologie
Neurotransmitter
News
Orthomolekulare Therapie
östrobolom
Parasiten
Persistierende Erreger
Pflanzenheilkunde
Philosophie
Phytotherapie
Pilze
PodoOrthesiologie
Podoposturale Therapie
Post vac
Praxisorganisation
Prävention
Presse
Propriozeptive Therapie
Psyche
Resilienz
Rheuma
Rückenfit
Schilddrüse
Schlaf
Schlangengift
Schmerzen
Schönheit
Schwangerschaft
Seele
Sexualität
SIBO
SIlent inflammation
Sport
Stoffwechsel
Stoizismus
Stress
Stuhlanalyse
Tantra
Tierisches
Tiermedizin
Tipps
Tod
Toxine
Traditionelle Naturheilverfahren
Trauer
Trauma
Tumore
Unverträglichkeiten
Vegetatives Nervensystem
Viren
Vitamine
Von Frau zu Frau
Vortrag
Wechseljahre
Wirbelsäule
Ylvi
Zahnheilkunde
Zuckerstoffwechsel
Zyklus
June 2026
May 2026
April 2026
March 2026
February 2026
January 2026
December 2025
November 2025
October 2025
September 2025
August 2025
July 2025
June 2025
May 2025
April 2025
March 2025
February 2025
January 2025
December 2024
November 2024
September 2024
August 2024
June 2024
May 2024
April 2024
December 2023
November 2023
December 2021
December 2020
December 2019
December 2018
December 2013
December 2012
December 2011
December 2009
December 2008
December 2007
December 2006

Schröpfen – alt, aber hochaktuell: Stress, Hormone, Entzündung und der Körper als Ganzes 2/7

Serie · Traditionelle Heilweisen – Teil 2

Schröpfen – alt, aber hochaktuell: Stress, Hormone, Entzündung und der Körper als Ganzes

Von Gudrun Faller, Heilpraktikerin, Praxis für ganzheitliche Medizin Lörrach

Kurzantwort Schröpfen ist ein mechanischer Regulationsimpuls – kein Mystizismus. Über sensorische Nervenfasern der Haut wirkt es auf das vegetative Nervensystem, aktiviert den Parasympathikus und senkt Cortisol messbar. Über kutiviszerale Reflexzonen spricht es innere Organe und Hormonsysteme an. Über die Faszien löst es körperlich gespeicherte Stressmuster. Und über lokale Immunreaktionen moduliert es chronische Entzündungsprozesse. Kurz: Ein Werkzeug, das gleichzeitig auf mehreren Ebenen greift – was reine Entspannungstechniken nicht leisten können.
📚 Serie: Traditionelle Heilweisen Teil 1: Einführung – Alte Heilweisen, neue Erklärungen · Teil 2: Schröpfen – dieser Beitrag · Teil 3: Phytotherapie bei hormonellen Dysbalancen (folgt) · Teil 4: Blutegel bei Entzündungen (folgt) Teil 5: Reiztherapie mit Baunscheidt & Rödern Teil 6: Aderlass bei Stoffwechselerkrankungen Teil 7: Spagyrik & Komplexhomöopathie Abschluss: Ganzheitsmedizin ohne klassisches Handwerk ist unvollständig

Schröpfen gehört zu den ältesten medizinischen Verfahren, die wir kennen – archäologische Belege reichen bis ins antike Ägypten, Griechenland und China. Was jahrtausendelang durch klinische Beobachtung überliefert wurde, lässt sich heute physiologisch präzise erklären. Und genau diese Erklärung macht Schröpfen wieder interessant – nicht als Trend, sondern als Werkzeug für Beschwerden, bei denen die moderne Medizin oft an ihre Grenzen stößt.

In meiner Praxis in Lörrach setze ich Schröpfen als eine meiner liebsten Verfahren gezielt und indikationsbezogen ein. Nicht für jede Person, nicht bei jeder Beschwerde – aber bei den richtigen Konstellationen mit einer Wirktiefe, die andere Verfahren so nicht erreichen. Dieser Beitrag erklärt, warum.

→ Dieser Beitrag ist Teil 2 der Serie „Traditionelle Heilweisen – alte Methoden, neue Erklärungen". Die Zusammenhänge zwischen Cortisol und Stress, stillen Entzündungen und hormonellen Dysbalancen beschreibe ich in eigenen Beiträgen.

Was Schröpfen wirklich tut – die Mechanismen

Beim Schröpfen wird ein Glas auf die Haut gesetzt und durch Hitze oder Pumpe ein Unterdruck erzeugt. Haut und darunterlegendes Gewebe werden nach oben gesogen. Beim blutigen Schröpfen wird die Haut zuvor leicht angeritzt – Gewebsflüssigkeit und Blut treten in das Glas aus. Was auf dieser mechanischen Ebene passiert, löst eine Kaskade von Reaktionen aus, die weit über den Anwendungsort hinausgehen.

Kutiviszerale Reflexe Bestimmte Hautareale des Rückens (Headsche Zonen) sind reflektorisch mit inneren Organen verbunden. Ein Reiz auf diesen Zonen löst über den Spinalnerv eine Reaktion im zugeordneten Organ aus – dokumentierte Neuroanatomie.
Vegetative Umstimmung Der Unterdruck aktiviert sensorische C-Fasern und Aδ-Fasern der Haut, die mit dem vegetativen Nervensystem kommunizieren. Ergebnis: Parasympathikus-Aktivierung, sinkender Cortisolspiegel, steigende Herzratenvariabilität.
Fasziale Wirkung Faszien sind kein passives Gewebe – sie sind durchzogen von sympathischen Nervenendigungen und speichern chronischen Stress als myofasziale Steifigkeit. Schröpfen löst fasziale Adhäsionen mechanisch – eine Ebene, die mentale Techniken nicht erreichen.
Mikrozirkulation Der Unterdruck verbessert die lokale Durchblutung erheblich. Schlecht durchblutetes Gewebe wird reaktiviert. Die charakteristischen Male sind kein Schaden – sie sind ein Zeichen erhöhter Mikrozirkulation.
Immunmodulation Der lokale Reiz mobilisiert Immunzellen und setzt entzündungshemmende Mediatoren frei. Schröpfen kann IL-6 und TNF-α regulieren – relevant bei chronisch-entzündlichen Zuständen.
Lymphfluss Der Sogeffekt stimuliert den Lymphabfluss im behandelten Bereich. Das unterstützt die Entgiftungsleistung des Gewebes und die lokale Immunantwort.
Was früher „Schlacken ausleiten" hieß, heißt heute: Mikrozirkulation verbessern, Lymphfluss anregen, vegetative Umstimmung einleiten, fasziale Adhäsionen lösen. Das Vokabular hat sich geändert. Die Phänomene sind dieselben geblieben.

Schröpfen bei Stress und Erschöpfung: Wenn der Körper selbst der Stressor ist

Chronischer Stress hinterlässt nicht nur psychische Spuren – er schreibt sich in den Körper ein. Die Schultern hochgezogen. Der Rücken wie Beton. Die Atmung flach, der Kiefer angespannt. Das vegetative Nervensystem im Sympathikus-Dauerbetrieb, die HPA-Achse permanent aktiviert.

Atemübungen, Meditation und Stressregulationstechniken wirken auf das Nervensystem – und das ist wertvoll. Aber sie erreichen nicht das, was Schröpfen zusätzlich anspricht: den körperlichen Stressspeicher. Aktuelle Forschung zeigt, dass emotionaler Stress die myofasziale Steifigkeit erhöht – besonders im Nacken- und Brustwirbelsäulenbereich. Fasziale Fibroblasten interagieren direkt mit dem Immunsystem und dem vegetativen Nervensystem. Der Körper ist nicht nur Opfer des Stresses – er perpetuiert ihn über diese körperlichen Speichermuster.

Schröpfen im paravertebralen Bereich, an den Schultern und im Nacken löst genau diese Muster. Es setzt einen neurophysiologischen Regulationsimpuls, der dem Körper hilft, aus dem chronischen Sympathikotonus herauszukommen. Die vegetative Umstimmung – vom Sympathikus zum Parasympathikus – ist dabei messbar: Cortisolspiegel sinken, die Herzratenvariabilität steigt, Muskelspannung lässt nach.

Warum Schröpfen bei Long-Stress-Zuständen oft besser wirkt als reine Entspannungstechniken Wer über Monate oder Jahre unter Dauerstress gestanden hat, ist oft nicht mehr in der Lage, sich durch mentale Techniken zu regulieren – der Körper ist zu weit im Sympathikus-Modus, die HPA-Achse zu dysreguliert, um auf kognitive Signale ausreichend zu reagieren. Schröpfen geht den umgekehrten Weg: Es setzt den Regulationsimpuls auf der körperlichen Ebene und öffnet damit den Kanal, über den mentale Techniken erst wieder wirken können. Körper zuerst – dann Geist.

Besonders sinnvoll ist Schröpfen in Kombination mit Nebennierenunterstützung – wenn die HPA-Achse erschöpft ist, braucht sie beides: biochemische Unterstützung (Mikronährstoffe, Adaptogene) und den körperlichen Regulationsimpuls.

🌿 Chronischer Stress, Erschöpfung, keine Erholung? Termin in Lörrach anfragen →

Schröpfen bei hormonellen Beschwerden: Rücken, Leberzone und Zyklus

Dieser Zusammenhang ist für viele überraschend – und gleichzeitig einer der klinisch wertvollsten Einsatzbereiche von Schröpfen in meiner Praxis.

Der Rücken ist keine neutrale Fläche. Er ist eine reflektorische Landkarte innerer Organe. Die Headschen Zonen – kutiviszerale Reflexzonen – ordnen bestimmten Rückenbereichen präzise Organe zu. Für die Hormontherapie sind besonders relevant:

RückenzoneReflektorisch zugeordnetes Organ/SystemHormoneller Bezug
Oberer Rücken / Th3–Th5Leber, GallenblaseÖstrogenentgiftung, Hormonstoffwechsel, Östrobolom
Mittlerer Rücken / Th7–Th9Leber, Magen, BauchspeicheldrüseInsulinstoffwechsel, Cortisol-Abbau
Lendenbereich / L1–L3Nieren, NebennierenCortisol-, DHEA-, Aldosteron-Produktion
Unterer Rücken / L4–S2Uterus, Ovarien, BlaseZyklusregulation, Menstruationsbeschwerden
Schulterblatt-RegionGallenblase, Leber (rechts), Herz (links)Hormonstoffwechsel, Fettlöslichkeit der Hormone

Was bedeutet das konkret? Die Leber ist das zentrale Organ für den Hormonstoffwechsel: Sie konjugiert überschüssiges Östrogen, baut Cortisol ab und aktiviert Schilddrüsenhormone. Eine „träge" Leber – nicht im pathologischen Sinn, sondern im funktionellen – ist einer der häufigsten Hintergründe für Östrogendominanz, PMS und zyklusabhängige Beschwerden.

Schröpfen in der rechten Schulterblatt-Zone und im oberen Rücken setzt über den kutiviszeralen Reflex einen Impuls auf die Leberfunktion. Es regt die Leberdurchblutung an, verbessert die Gallenflüssigkeit und unterstützt damit indirekt die Hormonautgiftung. Das ist kein magisches Denken – das ist reflektorische Medizin, die in der klassischen Naturheilkunde seit Jahrhunderten so angewendet wurde und sich in meiner Praxis regelmäßig klinisch bestätigt.

Aus der Praxis: Zyklusabhängige Beschwerden und Schröpfen Frauen, die unter prämenstruellen Beschwerden, starken Blutungen oder Zyklusunregelmäßigkeiten leiden, haben in meiner Praxis oft auch eine funktionelle Leberlastigkeit – erkennbar an Druckempfindlichkeit im rechten Oberbauch, gelblichem Teint, schlechter Fettverträglichkeit. Schröpfen in der Leber-Gallenzone, kombiniert mit Mikronährstofftherapie (B-Vitamine, Magnesium, Mariendistel) und – wo angezeigt – bioidentischem Progesteron, ergibt ein Gesamtkonzept, das deutlich mehr leistet als einzelne Maßnahmen.

Ergänzend ist das Konzept des Östroboloms hier relevant: Der Darm recycelt Östrogen über Beta-Glucuronidase – eine gut funktionierende Leber und ein gesunder Darm regulieren den Östrogenspiegel gemeinsam. Schröpfen auf Leber- und Darmreflexzonen unterstützt beide Achsen gleichzeitig.

Schröpfen bei chronischen Entzündungen: Faszien, Durchblutung und Immunmodulation

Chronische stille Entzündungen entstehen in einem Gewebe, das schlecht durchblutet, mechanisch eingeschränkt und immunologisch dauerhaft leicht aktiviert ist. Das ist genau der Zustand, den Schröpfen auf mehreren Ebenen anspricht.

Die fasziale Dimension: Stille Entzündung im Bindegewebe

Faszien sind – das war lange unterschätzt – ein eigenes sensorisches und immunologisches Organ. Sie sind durchzogen von Mastzellen, sympathischen Nervenendigungen und Fibroblasten, die aktiv Zytokine produzieren. Neueste Forschung (2023–2025) zeigt: Emotionaler Stress erhöht die myofasziale Steifigkeit und fördert ein lokales entzündliches Milieu im faszialen Gewebe. Verkleben Faszien durch chronischen Stress, schlechte Durchblutung oder posttraumatische Veränderungen, entsteht ein Teufelskreis aus verminderter Mikrozirkulation, lokaler Hypoxie und dauerhafter Immunaktivierung.

Der Zugeffekt des Schröpfens auf die Faszienstruktur wirkt diesem Kreislauf direkt entgegen: Die mechanische Dehnung der oberen Faszienschicht reduziert den Druck auf das darunter liegende entzündete Gewebe, verbessert die lokale Durchblutung und setzt über fasziale Mechanorezeptoren (Ruffini-Körperchen, interstitielle Rezeptoren) regulierende Signale in das vegetative Nervensystem.

Lokale Immunmodulation

Der durch Schröpfen gesetzte lokale Reiz aktiviert Immunzellen in der Haut und im Bindegewebe auf eine regulierte Weise. Studien zeigen, dass Schröpfen die Freisetzung entzündungshemmender Botenstoffe fördert und gleichzeitig überschießende Entzündungsreaktionen (IL-6, TNF-α) moduliert. Das ist keine Suppression – es ist Regulation. Der Unterschied: Suppression unterdrückt die Reaktion, Regulation bringt sie ins Gleichgewicht.

Blutiges Schröpfen bei Fülle-Zuständen

In der traditionellen abendländischen Medizin wird blutiges Schröpfen bei sogenannten Fülle-Zuständen eingesetzt: gut durchblutete, gespannte, druckempfindliche, leicht gerötete Gewebebereiche – klassische Zeichen einer lokalen Stauung mit entzündlichem Unterton. Das Ausleiten von Gewebsflüssigkeit und Blut entlastet das Gewebe, verbessert die rheologischen Eigenschaften des Blutes lokal und setzt einen starken Immunimpuls. Ich setze blutiges Schröpfen bei chronischen Muskelverspannungen mit Entzündungszeichen, bei Stauungszuständen im Schulter-Nacken-Bereich und – in spezifischen Fällen – bei Autoimmunprozessen mit lokaler entzündlicher Beteiligung ein.

Wichtig: Entzündung ist nicht gleich Entzündung Akute Entzündungen – mit Rötung, Schwellung, Wärme und Schmerz – sind eine Kontraindikation für Schröpfen. Chronische stille Entzündungen mit stagnierendem Gewebe, schlechter Durchblutung und geringer Immunreaktion hingegen sind genau der Zustand, für den Schröpfen entwickelt wurde. Die Unterscheidung ist entscheidend – und ein Grund, warum Schröpfen in professionelle Hände gehört.

Trockenes vs. blutiges Schröpfen: Wann was sinnvoll ist

Trockenes SchröpfenBlutiges Schröpfen
HauptwirkungDurchblutungsfördernd, entspannend, reflektorisch, faszialAusleitend, entzündungshemmend, stoffwechselanregend
Typische IndikationenSympathikotonie, schwacher Tonus, hormonelle Reflexzonen, vegetative Dysregulation, FaszientherapieFülle-Zustände, chronische Stauungen, Entzündungszeichen, bluthochdruck-assoziierte Verspannungen
VarianteAuch als Schröpfmassage (myofasziale Behandlung entlang der Faszienlinien)Kleine Schnitte (Lanzette) vor Aufsetzen der Gläser
EinstiegImmer der sinnvolle Einstieg bei ErstbehandlungNach Beurteilung der Gewebesituation und Indikation

Indikationen und Kontraindikationen

Wann Schröpfen sinnvoll ist

  • Chronische Muskelverspannungen, besonders Schulter-Nacken und paravertebral, aber auch sonst am Körper
  • HPA-Achsen-Dysregulation, Sympathikus-Dominanz, erschöpfte Stressreserven
  • Hormonelle Dysbalancen mit Bezug zu Leber- und Zyklusfunktion
  • Prämenstruelle Beschwerden, Zyklusunregelmäßigkeiten,Kinderwunsch, Östrogendominanz
  • Chronische stille Entzündungen mit stagnierenden Gewebezuständen
  • Schlafstörungen durch Abend-Sympathikotonus
  • Begleitend bei Autoimmunprozessen (individuell, in stabiler Phase)

Wann ich nicht schröpfe

  • Akute Entzündungen im Behandlungsbereich
  • Sehr dünne Haut (Langzeit-Kortisontherapie), offene Hautverletzungen
  • Ausgeprägte Phase-3-Nebennierenschwäche ohne vorherige Stabilisierung
  • Onkologische Erkrankungen im aktiven Stadium (immer individuell abwägen)

Häufige Fragen zum Schröpfen (FAQ)

Sind die roten Male nach dem Schröpfen ein Zeichen für Verletzungen?

Nein. Die Rötungen und blauen Flecken entstehen durch erhöhte Mikrozirkulation und das Austreten von Flüssigkeit aus den Kapillaren ins Gewebe. Sie sind kein Zeichen einer Verletzung, sondern einer gezielten Gewebsreaktion. Je stärker die Verfärbung, desto mehr Stauung war im Gewebe. Die Male verschwinden in 3–7 Tagen vollständig.

Wie viele Sitzungen sind nötig, um eine Wirkung zu spüren?

Viele Patientinnen und Patienten berichten nach der ersten Behandlung von tiefer Entspannung und besserem Schlaf in der darauffolgenden Nacht. Für eine nachhaltige vegetative Umstimmung empfehle ich 3–5 Sitzungen in 2–3-wöchigem Abstand, eingebettet in ein Gesamtkonzept. Schröpfen als Monotherapie hat begrenzte Wirktiefe – als Teil eines Gesamtansatzes ist es ein wirksamer Verstärker.

Was ist der Unterschied zwischen Schröpfen und Massage?

Massage arbeitet mit Druck – sie drückt das Gewebe zusammen. Schröpfen arbeitet mit Zug – es hebt das Gewebe an. Dadurch werden Faszienschichten getrennt, die durch Druck nicht erreichbar sind. Besonders Verklebungen zwischen den Faszienschichten, die oft Ursache hartnäckiger Verspannungen sind, werden durch den Sogeffekt wirksamer gelöst als durch klassische Massage. Beide Verfahren ergänzen sich gut.

Kann Schröpfen auch bei PCOS oder Wechseljahresbeschwerden helfen?

Als Teil eines Gesamtkonzepts: ja. Schröpfen auf den Leber- und Zyklusreflexzonen unterstützt die Hormonautgiftung und verbessert die Leberdurchblutung – beides relevant für Östrogendominanz, PMS und hormonelle Dysbalancen. Es ersetzt keine Labordiagnostik und keine gezielte Hormontherapie, kann diese aber sinnvoll ergänzen. In meiner Praxis ist es Teil eines integrierten Therapiekonzepts, nicht eine Einzelmaßnahme.

Verträgt sich Schröpfen mit modernen Therapien und Medikamenten?

Grundsätzlich ja. Schröpfen ist gut kombinierbar mit Mikronährstofftherapie, Adaptogenen, Ernährungsumstellung und schulmedizinischer Behandlung. Bei Antikoagulanzientherapie (Marcumar, DOAK) ist blutiges Schröpfen kontraindiziert; trockenes Schröpfen kann in der Regel ohne Einschränkung durchgeführt werden. Medikamenteninteraktionen sind nicht bekannt.

Kann ich Schröpfen zu Hause selbst anwenden?

Einfaches trockenes Schröpfen mit Silikonschröpfgläsern im Schulter-Nacken-Bereich ist für zu Hause erlernbar und als unterstützende Maßnahme sinnvoll. Für die präzise reflektorische Zonenwahl, blutiges Schröpfen und die Behandlung komplexerer Beschwerdebilder ist professionelle Begleitung wichtig. Die Wirksamkeit hängt stark von der richtigen Indikationsstellung ab.

📚 Serie: Traditionelle Heilweisen –
  • Teil 1: Alte Heilweisen, neue Erklärungen
  • Teil 2: Schröpfen bei chronischem Stress – was hinter dem alten Verfahren steckt und wie es die HPA-Achse beeinflusst
  • Teil 3: Phytotherapie bei hormonellen Dysbalancen – Adaptogene, Phytohormone und ihre Wirkweise
  • Teil 4: Blutegel bei chronischen Entzündungen und Autoimmunprozessen – pharmakologisch erklärt
  • Teil 5: Reiztherapie (Baunscheidt / Rödern) bei Immunregulation – Haut als Reflexorgan
  • Teil 6: Aderlass bei Stoffwechselerkrankungen – Hämorheologie, Eisenstoffwechsel und chronische Entzündung
  • Teil 7: Spagyrik und Komplexhomöopathie – Informationsmedizin als Ergänzung
  • Abschluss: Warum Ganzheitsmedizin ohne klassisches Handwerk unvollständig bleibt

Jeder Beitrag dieser Serie steht für sich – du musst nicht von vorne beginnen. Aber zusammen ergeben sie ein Bild davon, wie ich in der Praxis denke und arbeite.

Schröpfen als Teil eines ganzheitlichen Konzepts

In meiner Praxis in Lörrach setze ich Schröpfen gezielt und indikationsbezogen ein – immer auf Basis einer modernen Diagnostik und abgestimmt auf deine individuelle Situation. Kein Protokoll von der Stange, sondern Handwerk mit Erfahrung.

📅 Termin online buchen – Praxis Gudrun Faller Lörrach
Über die Autorin: Gudrun Faller führt seit über 25 Jahren eine Praxis für ganzheitliche Medizin in Lörrach. Ihr Schwerpunkt liegt auf hormonellen Regelkreisen, chronischen Entzündungen, Stress- und Immunregulation sowie Mikronährstofftherapie. Alle Inhalte basieren auf langjähriger Praxiserfahrung und aktueller naturheilkundlicher Diagnostik.

Cookies?
Um die Funktionalität meiner Webseite für Sie optimal zu gestalten, verwende ich ausschliesslich technisch notwendige Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung dieser notwendigen Cookies zu. Es werden keine Daten an Dritte weitergeleitet oder für Werbung genutzt.