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PMS vs. PMDS – Abgrenzung, Ursachen & naturheilkundliche Therapie

Aus eigener Erfahrung Ich habe selbst jahrelang unter schwerem PMS und Dysmenorrhö gelitten – Schmerzen, die mich arbeitsunfähig machten, Stimmungseinbrüche, die nichts mit meinem Leben zu tun hatten. Die naturidentische Hormontherapie hat mein Leben verändert. Ich wende sie bei mir seit über 20 Jahren an. Das prägt, wie ich diese Beschwerden behandle. — Gudrun Faller, Heilpraktikerin · Lörrach

PMS vs. PMDS – Abgrenzung, Ursachen & naturheilkundliche Therapie

Von Gudrun Faller, Heilpraktikerin, Praxis für ganzheitliche Medizin Lörrach

Kurzantwort PMS (prämenstruelles Syndrom) und PMDS (prämenstruelle dysphorische Störung) beschreiben ähnliche, aber in Schwere und Auswirkung sehr unterschiedliche Zustände. Beide entstehen in der Lutealphase des Zyklus – und beide haben dieselbe biochemische Wurzel: Progesteronmangel, Östrogendominanz und eine gestörte Reaktion des Nervensystems auf hormonelle Schwankungen. Was hilft: keine Symptomunterdrückung, sondern Regulation der Ursache. Mein Mittel der Wahl seit über 20 Jahren: bioidentisches Progesteron – kombiniert mit Mikronährstoffen, Stressregulation und Darmtherapie.
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PMS oder PMDS – was ist der Unterschied?

Beide Zustände treten in der Lutealphase auf – also in den 7–14 Tagen vor der Menstruation – und verschwinden mit dem Einsetzen der Blutung. Das ist das entscheidende diagnostische Merkmal: Die Beschwerden sind zyklusgebunden.

MerkmalPMSPMDS
Häufigkeit Ca. 30–80 % aller Frauen Ca. 3–8 % aller Frauen
Schwere Spürbar, aber tolerierbar Erheblich – beeinträchtigt Alltag, Arbeit, Beziehungen
Dominante Symptome Körperlich & stimmungsbezogen Primär psychisch: Dysphorie, Reizbarkeit, Angst, Hoffnungslosigkeit
Arbeitsfähigkeit Meist erhalten Häufig eingeschränkt bis aufgehoben
Beziehungen Gelegentlich belastet Regelmäßig schwer belastet
Diagnose nach DSM-5 Kein eigenständiges Krankheitsbild Eigenständige psychiatrische Diagnose seit 2013
Das entscheidende Kriterium für PMDS: Die Beschwerden müssen in mindestens 2 aufeinanderfolgenden Zyklen dokumentiert auftreten und nach Einsetzen der Blutung sistieren. Wenn die Beschwerden nicht zyklusgebunden sind – ist es kein PMDS.

Typische Symptome – von PMS bis PMDS

Körperliche Symptome (beide)

💕 Brustspannen, Brustschmerzen
⚖ Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme
🔋 Bauchschmerzen, Krämpfe (Dysmenorrhö)
😵 Kopfschmerzen, Migräne
😮 Erschöpfung, Energiemangel
¨ Blähungen, Verdauungsveränderungen
🦴 Gelenk- und Muskelschmerzen
🌙 Schlafstörungen

Psychische Symptome – bei PMDS besonders ausgeprägt

💭 Starke Reizbarkeit, Aggressivität
😭 Stimmungseinbrüche, Weinen ohne Grund
💭 Innere Leere, Hoffnungslosigkeit
⚠ Angst, Anspannung, Panikattacken
🧠 Konzentrationsprobleme, Brain Fog
🚫 Sozialer Rückzug
😮 Kontrollverlustgefühl
⚠ In schweren Fällen: suizidale Gedanken
Wichtig bei PMDS Wenn suizidale Gedanken auftreten – auch zyklusgebunden – ist das ein Notfall. Bitte wende dich sofort an eine ärztliche Fachkraft oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos, 24h). PMDS ist behandelbar – aber in akuten Krisen braucht es sofortige Unterstützung.

Warum PMS und PMDS entstehen – die biochemischen Ursachen

PMS und PMDS sind keine Charakterschwäche, keine Überempfindlichkeit und kein Einbildung. Sie haben eine klare biochemische Grundlage – auch wenn diese lange nicht ernst genommen wurde.

1. Progesteronmangel & relative Östrogendominanz

In der Lutealphase sollte Progesteron deutlich ansteigen und eine beruhigende, stabilisierende Wirkung entfalten. Bei PMS/PMDS ist diese Progesteronproduktion häufig gestört – zu niedrig, zu kurz oder qualitativ unzureichend. Das Resultat: Östrogen dominiert relativ ungebremst und verstärkt Entzündungsneigung, Wassereinlagerung und Schmerzempfindlichkeit.

2. Gestörte GABA-Reaktion auf Progesteron

Progesteron wird zu Allopregnanolon umgewandelt – einem Neurosteroid, das über GABA-Rezeptoren im Gehirn beruhigend wirkt. Ähnlich wie Benzodiazepine, aber körpereigen. Bei Frauen mit PMDS reagiert das GABA-System paradox auf Allopregnanolon – statt beruhigt zu werden, reagiert das Nervensystem mit Dysphorie, Angst und Reizbarkeit. Das erklärt, warum PMDS kein reines Hormonproblem ist, sondern eine Reaktion des Nervensystems auf hormonelle Schwankungen.

3. Serotoninmangel in der Lutealphase

Progesteron und Östrogen beeinflussen die Serotoninverfügbarkeit. In der Lutealphase sinkt der Serotoninspiegel bei betroffenen Frauen überproportional stark ab – was die depressiven und angstzustände, Heisshunger auf Kohlenhydrate und Schlafstörungen erklärt.

4. Chronischer Stress – der Verstärker

Cortisol und Progesteron teilen denselben Vorläufer: Pregnenolon. Bei Dauerstress wird Pregnenolon bevorzugt zu Cortisol umgewandelt – auf Kosten des Progesterons. Das nennt man den Pregnenolon-Steal. Frauen mit hohem Stresslevel haben deshalb fast immer schlechtere PMS-Symptome.

5. Darm, Mikrobiom & Östrobolom

Ein gestörtes Mikrobiom kann den Östrogenabbau verlangsamen – Östrogen wird über die Galle in den Darm ausgeschieden, aber bei Dysbiose durch das Enzym Beta-Glucuronidase reaktiviert und rückresorbiert. Das verstärkt die Östrogendominanz in der Lutealphase direkt.

Ich habe selbst jahrelang unter schwerem PMS und Dysmenorrhö gelitten – Schmerzen, die mich für Tage arbeitsunfähig machten. Keine Erklärung, kein Arzt der weiterhalf. Erst als ich verstand, was biochemisch passiert – und mit naturidentischem Progesteron begann – veränderte sich alles. Heute, nach über 20 Jahren, bin ich davon überzeugt: Diese Beschwerden sind behandelbar. Man muss nur an der Wurzel ansetzen.

Naturheilkundliche Therapie – was wirklich hilft

🌿 Bioidentisches Progesteron Mein Mittel der Wahl. In der zweiten Zyklushalfte (ab Eisprung) transdermal angewendet – gleicht den Progesteronabfall aus, wirkt beruhigend auf das Nervensystem, reduziert Östrogendominanz. Bei Schlafstörungen zusätzlich oral vor dem Schlafen: beruhigend über GABA-Rezeptoren.
🔬 Magnesium Der PMS-Klassiker mit bester Evidenz. Magnesium-Glycinat oder -Citrat 300–400 mg täglich, ab Zyklustag 14. Reduziert Krämpfe, Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Schlafstörungen direkt. Wirkung durch Regulierung von NMDA-Rezeptoren und Muskelentspannung.
🌿 Vitamin B6 (aktiv als P-5-P) Cofaktor der Serotoninproduktion. Bei PMS gut belegt: 50–100 mg P-5-P (aktive Form) senkt Stimmungstiefs, Reizbarkeit und Brustspannen. Nicht als Pyridoxin (inaktiv) – die aktive Form ist entscheidend.
🌿 Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) Phytotherapeutikum mit LH-Wirkung: fördert den Eisprung und unterstützt die Progesteronproduktion in der Lutealphase indirekt. Wirkt langsam (2–3 Monate) – aber nachhaltig. Besonders bei PMS mit starker Brustspannung und Zyklusunregelmäßigkeiten.
🦠 Darmtherapie & Östrobolom Sanierung des Mikrobioms, Reduktion von Beta-Glucuronidase, Aufbau der Darmschleimhaut. Flohsamenschalen als Ballaststoff binden Östrogen im Darm und verhindern Rücksorption. Oft der unterschätzte Hebel.
⚡ Stressregulation Ohne Cortisol-Reduktion kein nachhaltiges Progesteron. Vagusnerv-Training, Atemarbeit, Schlafoptimierung – und bei Bedarf Ashwagandha als Adaptogen. Der Pregnenolon-Steal muss unterbrochen werden.
🌿 Omega-3-Fettsäuren EPA/DHA reduzieren Prostaglandin-E2 – den wichtigsten Schmerzmediator bei Dysmenorrhö. Hochdosiert (2–3 g EPA+DHA) ab Zyklusmitte. Wirkung auf Menstruationsschmerzen gut belegt.
🌿 Akupunktur Besonders bei Dysmenorrhö sehr wirksam: Punkte Ren Mai 4, Sp 6, Le 3 reduzieren Uteruskontraktionen und Prostaglandinausschüttung. Ich kombiniere Akupunktur häufig mit Moxa im Bauchbereich.
Was ich bei mir selbst anwende – und was ich empfehle Mein persönliches Fundament: bioidentisches Progesteron transdermal in der zweiten Zyklushalfte, Magnesium durchgehend, Omega-3 höherdosiert ab Zyklusmitte. Dazu regelmäßige Akupunktur in der Phase vor der Menstruation. Was ich nicht mehr brauche: Ibuprofen, Schmerzmittel, Krampftabletten. Das war früher mein täglicher Begleiter. Heute nicht mehr.

Diagnostik – was ich abkläre

  • Speichelanalyse der freien Hormonfraktionen – besonders Progesteron und Östradiol in der Lutealphase (Tag 19–22). Im Blut wird Progesteron oft falsch niedrig gemessen, weil es stark gewebsbezogen wirkt.
  • Cortisol-Tagesprofil im Speichel – zum Nachweis des Pregnenolon-Steal-Effekts
  • Serotonin & Vitamin D – Vitamin D ist direkter Serotoninmodulator
  • Magnesium (Vollblut, nicht Serum) – Serummagnesium ist oft falsch normal
  • Zyklusdokumentation – mindestens 2 Monate. Ohne Zyklusprotokoll keine PMDS-Diagnose möglich
  • Schilddrüse komplett – Hashimoto und Hypothyreose verstärken PMS erheblich

Weiterführende Beiträge

🔗 Nebennierenschwäche & Adrenal Fatigue Cortisol, Pregnenolon-Steal und die HPA-Achse als PMS-Verstärker.
PMS muss nicht so sein – es ist behandelbar

Wenn du jeden Monat das Gefühl hast, nicht du selbst zu sein – dann ist das kein Schicksal. Ich kenne das aus eigener Erfahrung und aus über 25 Jahren Praxisarbeit. Lass uns gemeinsam schauen, was bei dir dahintersteckt.

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Häufige Fragen zu PMS & PMDS

Wie weiß ich ob ich PMS oder PMDS habe?

Das wichtigste Kriterium: Führ ein Zyklusprotokoll über mindestens 2 Monate. Dokumentiere täglich Stimmung, Schmerzen, Energie und andere Symptome. Wenn die Beschwerden klar auf die 7–14 Tage vor der Menstruation beschränkt sind und mit Einsetzen der Blutung verschwinden – ist das ein starkes Zeichen für PMS oder PMDS. Die Schwere der psychischen Beeinträchtigung entscheidet dann, ob PMS oder PMDS vorliegt.

Hilft die Pille bei PMS?

Die Pille unterdrückt den Eisprung und damit den gesamten Hormonschwankungszyklus – das kann PMS-Symptome kurzfristig verbessern. Aber: Sie stoppt den natürlichen Hormonrhythmus vollständig, kann Progesteron- und Testosteronmangel verursachen und löst die Ursache nicht. Viele Frauen berichten, dass PMS nach dem Absetzen der Pille zurückkehrt – oft schlimmer als vorher. Die Pille ist für mich keine Therapie, sondern eine Unterdrückung.

Werden PMDS-Beschwerden in den Wechseljahren besser?

Häufig ja – weil mit der Menopause die zyklischen Hormonschwankungen aufhören. Aber der Übergang (Perimenopause) kann vorher noch einmal sehr schwer sein, weil Progesteron und Östrogen stark schwanken. Frauen mit PMDS in der Perimenopause brauchen oft gezielte Unterstützung – gerade dann.

Warum helfen Schmerzmittel bei den Menstruationsschmerzen nicht richtig?

Weil Dysmenorrhö oft prostaglandinvermittelt ist – und Ibuprofen zwar Prostaglandine hemmt, aber die übermäßige Produktion nicht stoppt. Wer den Omega-3-Index verbessert (weniger Arachidonsäure, mehr EPA), produziert weniger entzündliche Prostaglandine – das löst das Problem an der Wurzel. Ergänzend wirkt Akupunktur auf die Durchblutung des Uterus direkt.

Über die Autorin: Gudrun Faller führt seit über 25 Jahren eine Praxis für ganzheitliche Medizin in Lörrach. Ihr Schwerpunkt liegt auf hormonellen Regelkreisen, chronischen Entzündungen, Stress- und Immunregulation sowie Mikronährstofftherapie. Alle Inhalte basieren auf langjähriger Praxiserfahrung und aktueller naturheilkundlicher Diagnostik.

Praxis für ganzheitliche Medizin · Gudrun Faller · Belchenstrasse 19 · 79539 Lörrach · +49 7621 58 91 76 · gudrun-faller@posteo.de

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