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Neuraltherapie bei hormonellen Dysbalancen: Wie Injektionstherapie den Hormonhaushalt unterstützen kann

Neuraltherapie bei hormonellen Dysbalancen – wenn Injektionen den Regelkreis entstören

Von Gudrun Faller, Heilpraktikerin, Praxis für ganzheitliche Medizin Lörrach

Kurzantwort Neuraltherapie ist eine komplementärmedizinische Injektionstherapie, die über segmentale Reizsetzung – meist mit Procain – vegetative Fehlsteuerungen entstören kann. Bei hormonellen Dysbalancen wie Zyklusstörungen, PMS oder Wechseljahresbeschwerden wirkt sie nicht als Hormonersatz, sondern regulierend auf die neuro-endokrinen Regelkreise – oft kombiniert mit Akupunktur, Moxibustion oder homöopathischen Organpräparaten. Sie ersetzt keine Diagnostik, kann aber als Baustein eines ganzheitlichen Therapiekonzepts spürbar zur Beschwerdelinderung beitragen.
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Aus der Praxis Eine Patientin Anfang 40 kam mit starken Regelschmerzen und einer deutlich zu starken Menstruation zu mir – ein Thema, das ihren Alltag über Jahre spürbar eingeschränkt hatte. Wir haben mit Injektionen aus Procain und homöopathischen Heel-Präparaten gearbeitet, begleitet von Akupunktur und Moxa. Ihr Zyklus regulierte sich über die Behandlungsreihe hinweg spürbar, die Schmerzen wurden deutlich erträglicher.

Wenn du seit Jahren mit unregelmäßigen Zyklen, starken Regelschmerzen, PMS oder den ersten Anzeichen der Wechseljahre kämpfst, hast du wahrscheinlich schon einiges ausprobiert. Viele Frauen, die in meine Praxis in Lörrach kommen, berichten, dass ihr Hormonsystem sich trotz „normaler“ Blutwerte einfach nicht stabil anfühlt. Das liegt daran, dass Hormone nie isoliert arbeiten, sondern eng mit dem vegetativen Nervensystem und der Stressachse verschaltet sind.

Warum Hormone nicht isoliert betrachtet werden können

Das Hormonsystem ist Teil eines größeren neuro-endokrinen Regelkreises. Nervensystem, vegetatives (autonomes) Nervensystem und Hormondrüsen kommunizieren fortlaufend miteinander – über die HPA-Achse ebenso wie über direkte nervale Verbindungen zu Schilddrüse, Eierstöcken und Nebennieren. Wenn dieses System dauerhaft unter Stress steht, reicht eine rein orale oder „von außen zugeführte“ Therapie manchmal nicht aus. Hier setzt ein Prinzip an, das in der klassischen Medizin oft zu kurz kommt: Lokale Reize können zentrale Regelkreise beeinflussen – genau darauf baut die Neuraltherapie auf.

Neuraltherapie ist ein komplementärmedizinisches Verfahren, bei dem Lokalanästhetika wie Procain oder homöopathische Komplexmittel gezielt injiziert werden, um Reizketten im vegetativen Nervensystem zu unterbrechen. Wichtig für die Einordnung: Sie ist keine Hormonsubstitution und keine kausale Organheilung. Sie wirkt regulierend, nicht ersetzend.

Segmentale Zusammenhänge: Haut, Nerv und Hormonorgan

Ein zentrales Konzept der Neuraltherapie sind die sogenannten Head-Zonen – segmentale Hautareale, die über Rückenmarkssegmente mit bestimmten inneren Organen und Hormondrüsen verbunden sind. Ein Reiz, gesetzt über eine Quaddelung (intrakutane Injektion) in einer bestimmten Hautzone, kann so auf ein fernes Organ wirken – etwa auf Schilddrüse, Ovarien, Uterus oder Nebennieren.

Segmentale Verbindungen zwischen Hautzonen, Nervensystem und Hormondrüsen. Die dargestellten Zonen sind Richtbereiche, individuelle Abweichungen sind möglich. Bild untenstehend am Ende des Beitrage.
Die Hypophyse ist über die Segmente C1–C3 angebunden, die Schilddrüse über C5–Th1, die Nebennieren über Th10–L1 und die Eierstöcke über L2–L4. Diese anatomische Nähe ist die Grundlage dafür, warum segmentale Reize bei hormonellen Dysbalancen überhaupt wirksam sein können.

Injektionstechniken im hormonellen Kontext

In der Praxis kommen je nach Beschwerdebild unterschiedliche Techniken zum Einsatz. Ich erkläre sie hier bewusst getrennt, damit du einordnen kannst, was gemeint ist, wenn von „Neuraltherapie“ die Rede ist.

💉 Neuraltherapie mit Procain Wirkt vegetativ regulierend, durchblutungsfördernd und reizunterbrechend. Segmental oder an bestimmten Reizpunkten injiziert, um überaktive oder blockierte Nervenbahnen zu beruhigen.
📌 Akupunkturpunkt-Injektionen Kombination aus Akupunkturwissen und zusätzlichem Injektionsreiz. Verstärkt die bekannte Wirkung bestimmter Punkte und wirkt gezielt auf hormonelle Regelkreise.
🔮 Segmentale Quaddelung Intrakutane Injektionen setzen einen Reiz über Haut-Organ-Reflexe. Besonders geeignet bei funktionellen Störungen und stressassoziierten Beschwerden.
🌿 Organpräparate & Komplexmittel Eingesetzt als Impulsgeber – nicht als Hormonersatz, sondern als Information für das System, um Regulation und Selbstregulation anzustoßen.

Gelegentlich ist in der neuraltherapeutischen Praxis vom sogenannten „Hormonstrang“ die Rede – gemeint sind mehrere Zonen, die je nach betroffener Hormondrüse gezielt angesprochen werden:

  • Paravertebral an der Wirbelsäule: Zonen entlang der Wirbelsäule, die eng mit dem Sympathikus und den endokrinen Regelzentren in Verbindung stehen.
  • Schilddrüsenregion: Injektionen nahe der Schilddrüse oder am Ganglion cervicale superius am Hals.
  • Nebennierenregion: Behandlung im Bereich der unteren Brustwirbelsäule und oberen Lendenwirbelsäule (Segmenttherapie).
  • Unterleibsorgane: Quaddeln oder tiefere Injektionen im Bereich des Kreuzbeins und der Eierstöcke bzw. Hoden, z. B. am Frankenhäuser-Ganglion bei Frauen.

Behandlungen in diesen Bereichen zielen auf vegetative Entspannung und eine Reorganisation der jeweiligen Regelkreise ab.

Mögliche Anwendungsgebiete

Komplementär und begleitend – nicht als Ersatz für eine fundierte Diagnostik – kann Neuraltherapie bei folgenden Themen unterstützend eingesetzt werden:

Zyklusstörungen Unregelmäßige, schmerzhafte oder zu starke Menstruation.
PMS Prämenstruelles Syndrom mit körperlichen und emotionalen Symptomen.
Wechseljahresbeschwerden Begleitend zur Perimenopause.
Stressbedingte Dysbalancen Im Rahmen einer HPA-Achsen-Dysfunktion.
Funktionelle Schilddrüsenstörungen Als Ergänzung zur bestehenden Therapie.
Kinderwunsch Als Ergänzung zu weiteren Maßnahmen, nie als alleinige Maßnahme.
Nicht geeignet bei Akuten Entzündungen am Injektionsort, fehlender Indikation, unrealistischen Erwartungen an das Verfahren oder grundsätzlicher Ablehnung invasiver Verfahren. Eine individuelle Indikationsstellung ist immer notwendig – nicht jede Beschwerde eignet sich für dieses Verfahren.

Grenzen und realistische Erwartungen

So hilfreich Neuraltherapie sein kann – sie ist kein Ersatz für eine gründliche Labordiagnostik und keine alleinige Hormontherapie. Ihre Stärke liegt in der Kombination: mit fundierter Diagnostik, angepasster Ernährung, Stressregulation und, wo sinnvoll, mit bioidentischer Hormontherapie.

Eine Beobachtung aus 25 Jahren Praxis Kein einzelnes Verfahren löst ein komplexes hormonelles Ungleichgewicht allein. Meine Aufgabe als Therapeutin liegt darin, die passende Methode auszuwählen, das richtige Timing im Zyklus zu finden und die Therapie individuell anzupassen – nicht darin, ein Verfahren als Allheilmittel zu verkaufen.

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Ob Regelschmerzen, unregelmäßige Blutungen oder Wechseljahresbeschwerden – lass uns gemeinsam schauen, ob Neuraltherapie für dich ein sinnvoller Baustein sein kann.

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Häufige Fragen zur Neuraltherapie bei Hormonen

Ist Neuraltherapie schmerzhaft?

Die Injektionen sind meist gut verträglich. Die Nadeln sind sehr fein, viele Patientinnen empfinden den Reiz als kurzen Piks, vergleichbar mit einer Akupunkturnadel bei intrakutanen Quaddeln.

Wie viele Behandlungen sind nötig, bis sich hormonelle Beschwerden verbessern?

Das ist individuell verschieden. Bei funktionellen, stressassoziierten Beschwerden zeigen sich oft nach mehreren Sitzungen erste Veränderungen – eine pauschale Zahl kann ich seriös nicht nennen, da es vom Ausgangsbefund abhängt.

Kann Neuraltherapie die Pille oder Hormontherapie ersetzen?

Nein. Neuraltherapie ist keine Hormonsubstitution. Sie kann begleitend eingesetzt werden, ersetzt aber keine notwendige medizinische Hormontherapie.

Wird Neuraltherapie mit anderen Verfahren kombiniert?

Häufig ja – etwa mit Akupunktur, Moxibustion oder homöopathischen Organpräparaten. Diese Kombination hat sich bei stressbedingten Zyklusstörungen in meiner Praxis wiederholt bewährt.

Was unterscheidet Neuraltherapie von klassischer Akupunktur?

Beide arbeiten mit Reizpunkten, aber Neuraltherapie setzt zusätzlich einen Injektionsreiz – etwa mit Procain – während Akupunktur ausschließlich mit Nadeln ohne Injektionssubstanz arbeitet.

Ist Procain ein Hormon?

Nein. Procain ist ein Lokalanästhetikum, das vegetativ regulierend wirkt. Es enthält keine Hormone und wirkt über das Nervensystem, nicht hormonell.

Über die Autorin: Gudrun Faller führt seit über 25 Jahren eine Praxis für ganzheitliche Medizin in Lörrach. Ihr Schwerpunkt liegt auf hormonellen Regelkreisen, chronischen Entzündungen, Stress- und Immunregulation sowie Mikronährstofftherapie. Alle Inhalte basieren auf langjähriger Praxiserfahrung und aktueller naturheilkundlicher Diagnostik.

Praxis für ganzheitliche Medizin · Gudrun Faller · Belchenstrasse 19 · 79539 Lörrach · +49 7621 58 91 76 · gudrun-faller@posteo.de
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