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Mikroimmuntherapie

Aus der Praxis Die Mikroimmuntherapie gehört seit vielen Jahren fest zu meinem therapeutischen Repertoire – besonders bei chronischen EBV-Infektionen und anderen Infektionen, aber auch bei Allergien und zur allg. Immunregulation. Ich setze sie fast immer in Kombination mit anderen Methoden ein. Was mich überzeugt: Sie arbeitet mit den eigenen Kommunikationsstoffen des Immunsystems – nicht gegen es. — Gudrun Faller, Heilpraktikerin · Lörrach

Mikroimmuntherapie – sanfte Immunregulation bei chronischen Virusinfektionen

Von Gudrun Faller, Heilpraktikerin, Praxis für ganzheitliche Medizin Lörrach

Kurzantwort Die Mikroimmuntherapie ist ein therapeutischer Ansatz, der das Immunsystem mit seinen eigenen Kommunikationsstoffen – Zytokinen, Nukleinsäuren und verdünnten Erregern – in niedrigen Dosierungen moduliert. Ziel ist nicht die Unterdrückung oder Überstimulation, sondern die Wiederherstellung der natürlichen Immunregulation. Mein Haupteinsatzgebiet: chronische EBV-Infektionen und andere persistierende Herpesvirusinfektionen – dort zeigt sie wirkliche und nachhaltige Hilfe.
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Was ist Mikroimmuntherapie? – Das Grundprinzip

Der Name sagt es bereits: Mikroimmuntherapie – Immuntherapie in kleinen, präzisen Dosen. Die Medizinische Gesellschaft für Mikroimmuntherapie (MeGeMIT) definiert sie als therapeutischen Ansatz, der zum Ziel hat, das Immunsystem im Einklang mit den natürlichen Mechanismen des Körpers zu regulieren und auszubalancieren. Charakteristisch sind immunregulierende Substanzen in niedrigen Dosierungen (low & ultra-low-doses), die den physiologischen Konzentrationen entsprechen oder sogar darunterliegen.

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Immuntherapie: Die Mikroimmuntherapie setzt nicht von außen stark wirkende Immunsuppressiva oder -stimulatoren ein – sie gibt dem Immunsystem seine eigenen Botenstoffe zurück, in einer Konzentration, die es selbst kennt und verarbeiten kann.

Die Mikroimmuntherapie stellt die korrekte Kommunikation zwischen den Zellen des Immunsystems wieder her – und hilft diesem, seine ursprünglichen Fähigkeiten wiederzugewinnen und Überreaktionen zu bremsen.

Was in den Präparaten steckt – die drei Wirkstoffgruppen

Die Präparate der Firma Labolife bestehen aus drei Substanzgruppen, die zusammenwirken:

🔌 Zytokine Botenstoffe des Immunsystems (Interleukine, Interferone, TNF). Je nach Verdünnungsstufe stimulierend oder hemmend – z. B. fördern bestimmte Interleukine die Vermehrung von T-Zellen und aktivieren natürliche Killerzellen.
🧬 Nukleinsäuren Spezifische DNS- und RNS-Fragmente in hemmender Verdünnung. Bei Virusinfektionen helfen sie, die Vermehrung des Virus im Körper zu stoppen und seine Ausbreitung einzudämmen.
🌿 Erreger-Verdünnungen Virale, bakterielle oder parasitäre Antigene in homöopathischer Verdünnung – ähnlich dem Prinzip der Desensibilisierung. Das Immunsystem lernt, den Erreger zu erkennen und angemessen zu reagieren.
Je nach Verdünnungsstufe der angewandten Substanzen ermöglicht die Mikroimmuntherapie eine stimulierende, hemmende oder modulierende Wirkung auf das Immunsystem. Das ist der Kern ihrer Präzision.

Aufnahme über die Mundschleimhaut – warum das entscheidend ist

Die Präparate werden sublingual – also über die Mundschleimhaut – aufgenommen. Das ist kein Zufall: Im Mund und Rachen befinden sich reichlich Lymph- und Immunzellen. Durch die direkte Aufnahme über die Schleimhaut gelangen die Wirkstoffe unmittelbar in Kontakt mit dem Immunsystem und dem Lymphsystem – schneller und direkter als über den Magen-Darm-Trakt.

Darüber hinaus ist die Einnahme unkompliziert und von den Patienten selbst zu Hause durchführbar.

Mein Haupteinsatzgebiet: EBV und persistierende Herpesvirusinfektionen

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) – bekannt als Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers – ist nach der Erstinfektion lebenslang im Körper vorhanden. Bei den meisten Menschen bleibt es latent. Bei anderen – bei chronischem Stress, Immunschwäche oder bestimmten Kofaktoren – reaktiviert es sich immer wieder und unterhält einen Zustand chronischer Erschöpfung und Immunbelastung.

EBV ist mit erstaunlich vielen Erkrankungen assoziiert Die klinische Erfahrung und aktuelle Forschung zeigen: EBV wird nicht nur mit Pfeifferschem Drüsenfieber assoziiert, sondern auch mit Autoimmunerkrankungen (Hashimoto, Multiple Sklerose, Lupus), chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS), Fibromyalgie sowie bestimmten Lymphomtypen. Eine EBV-Reaktivierung wird deshalb bei diesen Krankheitsbildern heute diagnostisch routinemäßig mitbedacht.

Symptome die auf eine EBV-Reaktivierung hindeuten

😮 Chronische Erschöpfung, nicht durch Schlaf bessernd
💉 Geschwollene Lymphknoten am Hals
🌡 Wiederkehrende Halsschmerzen ohne klaren Infekt
😵 Kopfschmerzen, Brain Fog
🔋 Muskel- und Gelenkschmerzen
💭 Stimmungstiefs, Antriebslosigkeit
🛡 Häufige Infekte, reduzierte Immunabwehr
💕 Schmerzen unter dem linken Rippenbogen (Milz)

Wie die Mikroimmuntherapie bei EBV wirkt

Spezifische Nukleinsäuren in hemmender Verdünnung helfen, die Vermehrung des Virus zu stoppen. Zytokine – insbesondere verschiedene Interleukine – fördern die Vermehrung der T-Zellen und aktivieren natürliche Killerzellen, die infizierte Zellen erkennen und beseitigen können. Gleichzeitig werden die vom EBV infizierten B-Zellen kontrolliert.

Das Ziel ist nicht die Eliminierung des Virus – das ist bei einem Herpesvirus biologisch nicht möglich. Das Ziel ist die Zurückdrängung in den latenten Zustand und die Wiederherstellung einer funktionierenden Immunantwort.

Was die Forschung zeigt – Studienlage

Eine Studie mit 141 Patienten, die an chronischen EBV-Erkrankungen litten (chronische Mononukleose oder Reaktivierung), untersuchte die Wirkung der spezifischen Mikroimmuntherapie anhand biologischer und klinischer Parameter. Die Behandlung wurde nach Lymphozytentypisierung individuell angepasst.

Die allgemeinen Ergebnisse der Studie waren bei 75,2 % der Patienten positiv. Bei der abschließenden serologischen Untersuchung wurde eine Normalisierung der biologischen Werte bei 90,9 % der Patienten mit chronischer Mononukleose und bei 63,9 % der Patienten mit Reaktivierung festgestellt.

Die Studienlage ist noch im Aufbau – die Mikroimmuntherapie ist kein schulmedizinisch anerkanntes Standardverfahren. Was ich aus über 25 Jahren Praxisarbeit sagen kann: Bei chronischen EBV-Infektionen und persistierenden Viruslasten ist sie eines der wirksamsten Werkzeuge, das mir zur Verfügung steht.

Weitere Einsatzgebiete der Mikroimmuntherapie

EBV-Reaktivierung Herpes simplex (HSV-1, HSV-2) Herpes zoster (Gürtelrose) Cytomegalievirus (CMV) HPV-Infektionen Chronische Hepatitis B & C ME/CFS Fibromyalgie Autoimmunerkrankungen (begleitend) Hashimoto (begleitend) Rheumatoide Arthritis (begleitend) Rezidivierende Infekte

Diagnostik vorab – wann eine Lymphozytentypisierung sinnvoll ist

Vor der Therapie kann – muss aber nicht – eine Blutuntersuchung des Immunsystems vorgenommen werden. Zwei Untersuchungen sind dabei besonders aufschlussreich:

  • Lymphozytentypisierung: Zeigt das Verhältnis der verschiedenen Immunzelltypen (T-Helferzellen, T-Suppressorzellen, NK-Zellen, B-Zellen). Liegt ein Immundefekt oder eine Hyperreaktivität vor? Das bestimmt, welches Präparat eingesetzt wird.
  • Immunglobuline: IgA, IgG, IgM – Hinweise auf die humorale Immunantwort und bestehende Antikörper gegen spezifische Erreger.
Wann ich die Immuntypisierung besonders empfehle Bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto oder Rheuma ziehe ich die Lymphozytentypisierung sehr gerne hinzu – denn dann sieht man genau, welchen Teil des Immunsystems man gezielt behandeln sollte. Das ermöglicht eine präzisere Therapiesteuerung – nicht nur mit Mikroimmuntherapie-Präparaten, auch andere Substanzen können dann gezielt eingesetzt werden.

Wie ich die Mikroimmuntherapie einsetze – immer in Kombination

Die Mikroimmuntherapie ist für mich kein Standalone-Verfahren – ich setze sie fast immer in Kombination mit anderen Therapieansätzen ein:

  • Mikronährstofftherapie – Vitamin D, Zink, Selen, Glutathion als immunologische Grundlage
  • Stressregulation – weil chronischer Stress EBV-Reaktivierungen direkt begünstigt
  • Darmtherapie – da 70–80 % des Immunsystems im Darm sitzen
  • Entgiftung – bei Toxinbelastungen, die das Immunsystem zusätzlich belasten
  • Andere naturheilkundliche Verfahren – Akupunktur, Phytotherapie, je nach Gesamtbild
  • Ergänzend zur Schulmedizin – bei bestehenden medizinischen Behandlungen abgestimmt

Die Dauer der Therapie hängt von Schwere und Dauer der Erkrankung ab – von wenigen Wochen bis zu vielen Monaten. Chronische EBV-Infektionen, die jahrelang bestehen, benötigen Zeit.

Weiterführende Beiträge

🔗 MCAS: Wenn dein Immunsystem auf alles reagiert Häufig mit EBV assoziiert – Mikroimmuntherapie als Teil des Therapiekonzepts.
🔗 Stille Entzündungen erkennen & behandeln EBV als stiller Entzündungstreiber – der Zusammenhang.
Chronische Erschöpfung, immer wieder kranke – könnte EBV dahinterstecken?

Eine EBV-Reaktivierung wird häufig nicht erkannt – weil die richtigen Antikörper nicht gemessen werden. Lass uns das gemeinsam einordnen.

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Häufige Fragen zur Mikroimmuntherapie

Ist Mikroimmuntherapie dasselbe wie Homöopathie?

Nicht ganz. Die Präparate werden nach homöopathischen Herstellungsprinzipien produziert (Verdünnung und Potenzierung) – aber die Wirkstoffe sind keine klassischen homöopathischen Mittel wie Belladonna oder Arnica. Es sind immunologisch relevante Substanzen wie Zytokine, Nukleinsäuren und Erreger-Antigene – Stoffe, die das Immunsystem kennt und mit denen es arbeitet. Die Mikroimmuntherapie ist eine eigenständige Methode an der Schnittstelle zwischen Immunologie und Informationsmedizin.

Wie erkenne ich, ob ich eine chronische EBV-Reaktivierung habe?

Die Standarddiagnostik misst oft nur die falschen Werte. Entscheidend sind: VCA-IgG, EBNA-IgG und EA-IgG (Early Antigen) – letzteres ist ein Marker für aktive Replikation. Zusätzlich kann eine PCR (EBV-DNA im Blut) hilfreich sein. Typisches Bild einer Reaktivierung: hohes VCA-IgG, positives EA-IgG, bei gleichzeitiger chronischer Erschöpfung. Ich bitte gezielt um diese Werte – und nicht nur um TSH und BB.

Wie lange dauert eine Mikroimmuntherapie bei EBV?

Das hängt stark von der Dauer der Infektion ab. Frische Reaktivierungen: 4–8 Wochen. Chronische EBV-Infektionen, die jahrelang bestehen: oft 3–6 Monate, manchmal länger. Die Präparate werden über die Mundschleimhaut eingenommen – einfach, täglich, zu Hause. Verlaufskontrollen mit Labor alle 6–12 Wochen.

Hat die Mikroimmuntherapie Nebenwirkungen?

Die Therapie gilt als sehr gut verträglich – weil sie mit körpereigenen Botenstoffen in physiologischen oder sub-physiologischen Konzentrationen arbeitet. Zu Beginn können gelegentlich leichte Erstreaktion auftreten (kurzzeitige Verstärkung von Symptomen) – ein Zeichen, dass das Immunsystem antwortet. Diese klingen in der Regel nach wenigen Tagen ab.

Kann ich die Mikroimmuntherapie mit anderen Medikamenten kombinieren?

Ja – die Mikroimmuntherapie ist mit schulmedizinischen und naturheilkundlichen Behandlungen kombinierbar. Ich stimme die Therapie immer auf bestehende Behandlungen ab. Bei Immunsuppressiva (z. B. bei Autoimmunerkrankungen) ist Rücksprache mit dem behandelnden Arzt sinnvoll.

Über die Autorin: Gudrun Faller führt seit über 25 Jahren eine Praxis für ganzheitliche Medizin in Lörrach. Ihr Schwerpunkt liegt auf hormonellen Regelkreisen, chronischen Entzündungen, Stress- und Immunregulation sowie Mikronährstofftherapie. Alle Inhalte basieren auf langjähriger Praxiserfahrung und aktueller naturheilkundlicher Diagnostik.

Praxis für ganzheitliche Medizin · Gudrun Faller · Belchenstrasse 19 · 79539 Lörrach · +49 7621 58 91 76 · gudrun-faller@posteo.de


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